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FÜR ERWACHSENE

Großfamilie sucht Wohnung

Folge vom 21.11.2021

Dilara ist neun Jahre alt, geht in die dritte Klasse und lebt in einer Großfamilie in Frankfurt am Main. Zusammen mit fünf Geschwistern und ihren Eltern wohnen sie zu acht in einer winzigen Drei-Zimmer-Wohnung. Dilara teilt sich ein Zimmer mit ihrem zwölfjährigen Bruder Emre, aber ihre kleineren Geschwister müssen im Wohnzimmer schlafen, weil es so wenig Platz gibt.

Manchmal schämen sich Dilara und Emre für ihr kleines Zuhause. Deshalb laden sie nur ungern Freunde zu sich ein. Mit acht Menschen in drei Zimmern ist es ständig eng und voll, immer stürmt ein kleineres Geschwisterkind durch die Räume. Und man kann sich weder auf die Hausaufgaben konzentrieren, noch für sich sein.

Weil es einfach zu eng war, ist die große Schwester Adriana vor wenigen Wochen ausgezogen. Darüber ist Dilara sehr traurig, denn sie hängt an ihrer 17-jährigen Schwester. Ihr kann sie alles anvertrauen. Außerdem hilft Adriana ihr oft bei den Hausaufgaben und passt mit auf die kleineren Geschwister auf.

Emres und Dilaras größter Wunsch ist es, endlich eine größere Wohnung zu finden, in der jeder sein eigenes Zimmer hat. Bisher haben sie alle Vermieter abgelehnt: Keiner möchte einer achtköpfigen Familie eine Wohnung geben. Außerdem gibt es in Frankfurt am Main einfach zu wenig große Wohnungen, die sich auch Familien mit wenig Geld leisten können.

Deshalb schmieden Adriana, Emre und Dilara einen Plan: Sie wollen für eine große Wohnung kämpfen, suchen Hilfe beim Kinderbüro, gehen zur Zeitung, malen Plakate und entwerfen Postkarten. Im Kampf um eine größere Wohnung würden Dilara, Emre und Adriana sogar zum Bürgermeister gehen. Vielleicht hilft er ihnen, denn manchmal ist es gut, wenn Kinder für etwas kämpfen, was den Ewachsenen bisher nicht gelang.

Schon gewusst?

Wohnungsnot

In Deutschland fehlen rund 630.000 Wohnungen, die auch Menschen mit weniger Geld bezahlen könnten. Die meisten Wohnungen, gerade in Großstädten, sind zu teuer. Die Mieten steigen jährlich weiter an. Jeder Achte gibt mehr als die Hälfte des Geldes, das er bei der Arbeit verdient, allein für die Miete aus.

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