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FÜR ERWACHSENE

Frei sein auf Kufen - Hannah und das Eis

Folge vom 13.02.2022 Untertitel: Für diese Sendung gibt es einen Untertitel. Mehr Infos

Hannah ist zwölf Jahre alt. In ihrer Welt dreht sich alles um Eisschnelllauf. Um jeden Tag auf dem Eis trainieren zu können, hat sie vor mehr als einem Jahr entschieden, ihre Schule in Frankfurt zu verlassen und auf ein Sportinternat in Erfurt zu wechseln. Dort wohnt sie nun, lernt und trainiert gemeinsam mit anderen Leistungssportlern und fährt nur an den Wochenenden nach Hause.

Auf Sport, sagt Hannah, könnte sie nie im Leben verzichten. Schon früh galt sie in ihrer Familie als Energiebündel. „Ausgepowert“ hat sie sich in verschiedenen Sportarten: Judo, Taekwondo oder Hockey. Je anstrengender und schneller, desto besser.

Als Hannah dann zum ersten Mal auf Kufen auf dem Eis stand und gemerkt hat, wie es sich anfühlt, so richtig schnell zu laufen. Da wusste sie, dass sie das jeden Tag machen möchte. Sie schloss sich einem Frankfurter Eisschnelllaufverein an und der nahm sie schließlich zum ersten Mal zu einem Wettkampf mit nach Erfurt in die Eishalle, die nach der Olympiasiegerin Gunda Niemann-Stirnemann benannt ist.

Hannah sah dort ihre zukünftigen Klassenkameraden, die nicht nur miteinander trainierten und Wettkämpfe liefen, sondern auch in die gleichen Schulklassen des Sportgymnasiums gingen. Außerdem waren sie alle schneller als Hannah. Hannah war fest entschlossen, auf das Erfurter Gymnasium zu wechseln und teilte ihren Eltern mit, dass sie zukünftig aufs Internat gehen und ihre Schule in Frankfurt verlassen möchte. Seitdem wohnt, trainiert und lernt Hannah gemeinsam mit anderen Leistungsportlern 260 Kilometer weit weg von zu Hause. Ihr Zimmer teilt sie mit zwei Schwimmerinnen. Ein eigenes Zimmer vermisst sie dabei nicht. Sie mag es, dass es im Internat „nie langweilig wird“, wie sie sagt.

Ihr Tag im Sportgymnasium ist prall gefüllt. Im Winter verlässt sie das Internat morgens, wenn es noch dunkel ist, um zum Training oder zur Schule zu gehen. Und meist kommt sie erst abends, wenn es schon wieder dunkel ist, zurück. Täglich haben die Eisschnellläufer Training auf dem Eis, dazwischen Schulstunden und am Abend noch Hausaufgaben.

Hannah ist noch etwas langsamer als die meisten ihrer Klassenkameraden, umso mehr muss sie sich anstrengen. Denn auf dem Sportinternat gilt eine sogenannte „Verbleibenorm“. Wer seine sportlichen und schulischen Leistungen vernachlässigt und nicht ständig verbessert, kann von der Schule „fliegen“. Hannah hat deshalb ihren Tag gut durch organisiert, damit genug Zeit zum Lernen, für Hausaufgaben und auch für etwas Freizeit bleibt. Auch die Wochenenden in ihrer Heimat Frankfurt sind meist vor Hannahs Anreise schon durchgeplant, damit sie die kurze Zeit mit den Eltern, ihrem kleinen Bruder und ihrer Sandkastenfreundin Manou gut nutzen kann.

Bei einigen von Hannahs Klassenkameraden ist der Leistungsdruck im Sport und in der Schule auch zu Hause ein Thema. Viele Sportschüler wollen, dass ihre Eltern stolz auf sie sind und kommen mit Niederlagen nicht gut klar. Bei Hannah ist das anders. Sie wollte selbst aufs Internat, weil ihr der Sport Spaß macht. Wenn sie es nun nicht schafft, weil ihre Leistungen nicht ausreichen, muss Hannah das allein mit sich ausmachen.

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