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Panyuan - ein Langhaarmädchen in China

Nächste Folge am 21.04.2019

um 20:30 Uhr

Panyuan - ein Langhaarmädchen in China

Folge vom 14.04.2019

Panyuan lebt im Süden Chinas in einem Dorf, in dem die Frauen die längsten Haare der Welt haben. Auch Panyuan lässt ihre Haare bis zum 18. Geburtstag wachsen, weil es zur Tradition ihres Volkes, der Yao, gehört. Bei der "Haarkämmshow" erwartet Panyuan eine besondere Aufgabe: sie soll den Besuchern Öltee und Reiskuchen servieren.

Panyuans Leben nach oben

Panyuan sieht sich als modernes Mädchen. Sie gehört zum Volk der Yao. Ihre Familie betreibt ein Restaurant, in dem Panyuan am Wochenende häufig aushilft. Sie ist stolz, denn ihre Familie hat es geschafft, die schlimme Armut von früher zu überwinden.

Unter der Woche geht sie in einer nahegelegenen Stadt auf ein Internat, weil es in ihrem Dorf keine weiterführende Schule gibt. Panyuan sieht es als Chance, später ein modernes Leben führen zu können.

Mittlerweile kommen viele Besucher in die Region im Süden Chinas. Die Gegend liegt etwa 700 km von Hongkong entfernt. Besonders Panyuans Heimatdorf wird häufig besucht. Die langen Haare der Yao-Frauen und die Kultur der Yao wecken das Interesse bei den Besuchern.

Doch das war früher anders. Die Region ist bekannt für ihre häufigen Regenfälle und die Terassen am Hang der Berge, auf denen Reis angebaut wird. Bis vor etwa 20 Jahren gab es kaum Straßen zwischen den vereinzelten Dörfern. Die Menschen lebten von Handarbeit und Landwirtschaft.

Ein Leben nach der Tradition? nach oben

Panyuans Lieblingstante Xiujia und ihre Großmutter leben so, wie es die Frauen des Yao-Volkes schon seit Jahrhunderten tun. Sie sind in der Yao-Tracht gekleidet und tragen eine beeindruckende Frisur, eine Art Haar-Turban.

Beide arbeiten im Festsaal des Dorfes, in dem täglich die sogenannte "Haarkämmshow" die Bräuche der Yao-Frauen vorführt. Viele Besucher kommen, um sich die beeindruckenden Frisuren der Frauen anzusehen.

Panyuan soll ihre Tante und ihre Großmutter bei der Arbeit im Festsaal unterstützen und die Besucher mit Öltee und Reiskuchen bedienen. Panyuan ist sich nicht sicher, ob sie das schaffen wird. Sie ist sehr schüchtern und muss dafür die Yao-Tracht anziehen.

Panyuans Entscheidung: Tradition oder Moderne? nach oben

Panyuan will eine gute Nichte sein und die Tradition der Yao weitergeben. Wenn die Kultur und die Tradition ihres Volkes verloren geht, würden sich die Yao nicht mehr von anderen Chinesen unterscheiden.

Zugleich will die junge Chinesin aber auch einen Weg gehen, der ihr später ermöglicht, ein modernes Leben zu führen. Sie will Chinesisch-Lehrerin werden. Dafür muss Panyuan studieren und das kann sie nicht in ihrem Dorf.

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Panyuan mit ihrer Tante und ihrer Großmutter: Sie tragen die traditionelle Tracht und Frisur des Yao-Volkes. Die Frauen sind berühmt, weil sie die längsten Haare der Welt haben. | Rechte: SWR/Thomas Bresinsky

...über das Volk der Yao

Die Minderheit der Yao hat eine eigene Sprache, eine eigene Kultur sowie eine eigene Küche und Lebensweise. Bei Minderheit denkt man möglicherweise an wenige Menschen, doch in den Bergen im Süden Chinas leben rund 2.800.000 Yaos.

In China gibt es neben den Han-Chinesen, die 90 Prozent der Bevölkerung stellen, noch 56 anerkannte Minderheiten, die eigene Bräuche und Rechte haben.

Panyuan hilft ihrer Tante, die traditionelle Frisur zu machen, die aus drei Haarsträngen besteht. | Rechte: SWR/Thomas Bresinsky

...über den Haar-Turban aus drei Zöpfen

Ein Zopf wird im 18. Lebensjahr abgeschnitten. Es ist der erste und der letzte Haarschnitt im Leben einer Yao-Frau.

Der zweite Zopf ist aus den Haaren gemacht, die die Frau nach dem Kämmen einsammelt.

Der dritte Zopf besteht aus den Haaren, welche die Frau auf dem Kopf trägt. Die Haare sind bis zu 1,80 Meter lang.

Panyuan und ihre langen Haare. | Rechte: SWR/Thomas Bresinsky

...über die Haarpflege

Die Yao-Frauen verwenden zum Waschen ihrer Haare Reiswasser. Genauer gesagt, das Wasser, das übrig bleibt beim Waschen von Klebereis. Davon gibt es besonders viel, da die Menschen dort hauptsächlich Reis essen. Das Wasser, was ein bisschen milchig ist, wird mit Pomeloschalen und ein paar Kräutern aufgekocht und dann über mehrere Tage stehen gelassen, bis es vergärt. Es wird genauso verwendet wie Shampoo. Man reibt es sich in die Haare und spült es wieder aus.

Die Yao-Frauen aus Südchina bei einer traditionellen Veranstaltung in der Festhalle. | Rechte: SWR/Thomas Bresinsky

... über ihre Tracht

Die Yao-Frauen haben ihren eigenen Kleidungsstil, der aus aus einem Rock, einem Wickeloberteil, Gürtel, Kopftuch und Wickelgamaschen besteht.

Früher haben die Mädchen mit 12 Jahren angefangen, ihre Kleidung selbst zu weben und zu besticken, damit sie bei der Hochzeit dann fertig waren und etwas zum Anziehen hatten.

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