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FÜR ERWACHSENE

Anaica - Das Mädchen aus Haiti und der Fridinger Narrenschrei

Folge vom 09.02.2020 Untertitel: Für diese Sendung gibt es einen Untertitel. Mehr Infos

Juchzer schallen ins schneebedeckte Donautal. Noch klingen sie etwas unsicher. Anaica strengt sich an, denn bis zur nächsten Fasnet will sie den Fridinger Narrenschrei unbedingt drauf haben. Denn beim traditionellen Umzug wird sie zum ersten Mal in ein eigenes Narrenkleid schlüpfen.

Anaica feiert Fasnet

Die Fridinger und ihre Narrenzunft pflegen den Brauch der Fasnet seit Generationen. Auch Anaica und ihre Familie sind fest mit der Tradition verbunden. Damit Anaica als Narr mitlaufen kann, muss sie den Narrenschrei, das "Jutzgen" üben. Sie braucht eine Holzmaske, Larve genannt, und ein Kostüm, das Fridinger Häs.

Narrenschrei, Larve und Häs

Zur Fasnet gehört der "Jutzger", ein tief aus dem Bauch kommender Schrei. Er drückt die fastnächtliche Lebensfreude aus und hallt während der Fasnet durch die Fridinger Gassen. Anaica ist noch etwas unsicher, denn der Narrenschrei ist schwierig.

Das Häs (Narrenkleid) und die Larve (Holzmaske) kann man nicht kaufen. Sie werden von der Familie oder von Einheimischen hergestellt und sind deswegen besonders wertvoll.

"Heimat ist, wo meine Familie und Freunde sind."

Zwar lebt Anaica erst seit wenigen Jahren in Fridingen, ist aber schon ein echter "Fridinger Fuchs" geworden. Sie verkleidet sich nicht nur begeistert an Fasnet, sondern spielt Geige und Handball, turnt und macht Leichtathletik.

"Ich habe zwei Familien. Meine leiblichen Eltern und sechs weitere Geschwister leben auf Haiti. Mein Bruder Jorlens und ich leben in Deutschland bei unserer Adoptivfamilie. Sie ist super nett, manchmal ein bisschen verrückt, aber die meiste Zeit sehr lustig." Anaica

Anaicas Eltern haben sie und ihren jüngeren Bruder Jorlens adoptiert. Geboren sind die beiden auf Haiti. Ihre leiblichen Eltern hatten zu wenig Geld, um für ihre Kinder zu sorgen und gaben sie über ein Kinderheim zur Adoption frei. Anaica war damals fünf Jahre alt und kann sich nicht mehr an alles erinnern. Aber sie hat ihre Eltern und anderen Geschwister bei einer Reise nach Haiti kennengelernt. "Heimat ist für mich da, wo ich mich wohlfühle und wo meine Familie und Freunde sind."

Geschafft! Am „Schmotzigen Donnerstag“, wenn die Fasnet beginnt, setzt Anaica ihre erste eigene Holzmaske auf und schlüpft in ihr Kostüm.<br/><br/>Mit Häs und Larve zieht Anaica mit den anderen Narren durch die Stadt und „jutzgt“ lauthals. Das Üben des Narrenschreis hat sich gelohnt.<br/><br/> | Rechte: SWR/Gigaherz GmbH

Der "Schmotzige Donnerstag"

Für Anaica beginnt am "Schmotzigen Donnerstag" die Fastnacht mit einem Umzug. Schmotzig bedeutet in Anaicas Heimat im Donautal "fettig". Passend zum Namen isst man an diesem Tag gerne in Fett gebackenes Teiggebäck. Der "Schmotzige Donnerstag" findet am Donnerstag vor Aschermittwoch statt.

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