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FÜR ERWACHSENE

Schau in ihre Welt!

Nächste Folge am 12.04.2020

um 20:25 Uhr

Schau in ihre Welt!

Zu Fuß ist es etwas weit. Mit dem Fahrrad brauchen sie gute 20 Minuten, aber das ist ganz schön anstrengend. Am liebsten mögen es Leonie und Zora, wenn ihre Mütter oder jemand sonst sie von einem Hof zum anderen fahren. Nur knapp vier Kilometer liegen der Münzinghof und der Reimehof auseinander. Beide Höfe sind umgeben von grünen Wäldern, saftigen Wiesen und Hügeln - fernab vom Trubel der Großstadt - auf der Hersbrucker Alb in Franken.

Leonie wohnt auf dem Münzinghof in einer Lebensgemeinschaft. Auch viele Menschen mit Hilfebedarf leben hier sowie ganz viele Tiere wie Kühe, Schafe, Schweine, Hasen und ein Esel. Zora ist auf dem Reimehof zuhause. Hier leben ihre Familie, die Hofmitarbeiter, 50 Ziegen und die beiden Pferde Matti und Mona.

Wann immer sie können, verbingen Leonie und Zora Zeit zusammen. Wenn es auf den Höfen was zu tun gibt, packen die beiden mit an: im Stall und auf dem Feld. In den Ferien treffen sie sich fast jeden Tag. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, die Natur zu achten. Sie verstehen gar nicht, warum andere Menschen da anders sind und sich nicht bemühen, ihre Umwelt zu erhalten.

Auf beiden Höfen gilt eine strenge Regel: Nichts darf verwendet werden, was Tier oder Mensch schaden kann. Ob beim Getreide auf dem Feld, in der Gärtnerei, bei der Aufzucht oder Haltung der Tiere - es gibt keine Chemie, sondern nur natürliches Futter und statt enger Tierboxen viel Platz für die Vierbeiner. Für Leonie und Zora das normalste Welt, aber sie wissen, dass es nicht auf allen Bauernhöfen so ist.

Zora und Leonie kennen sich seit einigen Jahren und sind beste Freundinnen, die sich fast jedes Geheimnis anvertrauen. Dass manche denken, sie seien „Landeier“ stört sie wenig. Die meisten ihrer Freunde kommen sehr gerne auf die Höfe - erst recht dann, wenn sie in der Stadt wohnen.

Sechs Wochen Sommerferien

Ist Leonie bei Zora auf dem Reimehof, kümmern sich die beiden um die knapp 90 Ziegen: ausmisten, füttern, melken. Danach geht’s in die hofeigene Käserei. Aus der Ziegenmilch wird Bioziegenkäse. „Bio“ deshalb, weil durch den ganzen Herstellungsprozess alles natürlich ist. Die Ziegen haben viel Auslauf und ihr Futter ist frei von chemischen Zusätzen. Auf der Weide zwischen den beiden Höfen grasen die kleinen Zicklein.

Bald müssen einige von ihnen den Hof verlassen, weil sie geschlachtet werden. Das trifft vor allem die männlichen Ziegen, weil diese keine Milch geben. Zora und Leonie essen beide Fleisch. Die Ziegen vom Reimehof werden bei einem Biometzger geschlachtet. Der Tod der Tiere bleibt zwar derselbe, aber der Vorgang bis dahin ist für die Tiere keiner, der ihnen Angst machen soll - im Gegensatz zu den großen industriellen Schlachthöfen. Keine langen Transportwege, keine Massenschlachtung und vor allem ein Metzger, der sich um die Tiere kümmert.

Eine Ziege im Reimehof hat dieses Jahr eine ganz besondere Aufgabe: „Karamel“ ist eine hellbraune Ziege, die zu Leonie und Zora sehr zutraulich ist. In Hellsdort, wo der Reimehof liegt, ist bald Kirchweih.

Am Abend dieses alten Brauches sollen Leonie und Zora den Umzug durch das kleine Dorf mit „Karamel“ anführen. Dafür wird die Ziege extra festlich geschmückt. Auch Leonie und Zora ziehen ihr bayerisches Dindl an. Aber ob es noch passt?

Zora verbringt eine Woche der Sommerferien bei ihrem Vater in Kassel, der eine Imkerei betreibt. Sie hat keine Angst mehr vor den Bienen, auch wenn sie immer mal wieder von einer Biene gestochen wird. Von ihrem Vater weiß Zora, wie wichtig Bienen für uns sind und was wäre, wenn es keine Bienen mehr gäbe.

Leonie bleibt derweil auf dem Münzinghof. Sie füttert ihre Hasen, führt Esel Oskar aus und hilft am Nachmittag die Kühe von der Wiese einzutreiben, damit das Melken beginnen kann. Auf dem Münzinghof können sich die Menschen selbst versorgen, denn es gibt fast alles, was man zum Leben braucht: eine Bäckerei, eine Käserei, ein Gemüse- und ein Kräutergarten. Alles bio natürlich.

Und was es nicht auf dem Hof gibt, wächst im nahegelegenen Wald. Jedes Jahr macht sich Leonie auf die Suche nach Pfifferlingen. Das Wetter war lange feucht und nass. Jetzt wird es warm. Optimale Bedingung für die Pilze. Der Wald um dem Münzinghof herum wirkt fast verzaubert: überall Moos, farbige Pilze und spiegelnde Wassertropfen auf den Spinnnetzen. Ohne Wald, weiß Leonie, wäre die Welt eine ganz andere, in der man nur schwer überleben könnte. Und wenn keiner sich drum kümmert, wird irgendwann nichts mehr davon übrig sein.

Lerne Leonie und Zora kennen!

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