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FÜR ERWACHSENE

Schau in Gedeons Welt

Nächste Folge am 12.04.2020

um 20:25 Uhr

Schau in Gedeons Welt

Einen kleinen fiesen Kobold hat er im Kopf, sagt Gedeon. Dieser Kobold macht Dinge, die er nur schwer oder gar nicht steuern kann. Denn Gedeon hat das Tourette-Syndrom, eine Erkrankung des Gehirns. Er macht Faxen, macht Töne, verdreht die Augen oder macht Dinge, die er aus Zwang machen muss, Dinge, die er gar nicht machen will. Diese Tics hat Gedeon seit seinem fünften Lebensjahr.

„Hör auf Gedi!“, „Mach das nicht Gedi!“, „Was ist denn los, Gedi?“ - anfangs wusste keiner in Gedeons Familie, warum er das alles macht. Erst als er im Krankenhaus Untersuchungen und verschiedene Tests machen musste, hatten Gedeon und seine Familie die Gewissheit: Gedeon hat das Tourette-Syndrom, sagten die Ärzte.

Selbes Schicksal verbindet

Einen Namen hat Gedeon seinem Kobold keinen gegeben. Dafür macht er ihm das Leben einfach zu schwer. Seit er Fabiene kennengelernt hat, weiß Gedeon, was ihm noch alles blühen kann, wenn die Krankheit schlimmer wird und wie gemein dieser Kobold manchmal sein kann.

Fabiene lebt in Hessen. Sie hat auch das Tourette-Syndrom. Bei ihr ist es mit 17 Jahren ausgebrochen. Die beiden haben sich bei einem Krankenhausbesuch in Hannover kennengelernt. Seitdem sind die beiden dicke Freunde.

Das Tourette-Syndrom beginnt meistens schon in der frühen Kindheit. Es gibt ganz verschiedene Ausprägungen der Krankheit. Wie sich das Tourette-Syndrom bei Gedeon entwickeln wird, weiß keiner. Die Ursachen der Krankheit sind nicht vollständig geklärt. Es gibt auch keine Heilung. Allerdings gibt es Möglichkeiten, die Symptome zu mildern. Wenn Medikamente gar nichts mehr helfen, kann man einen Hirnschrittmacher in den Körper operieren oder ein Opiat einnehmen, was zur Beruhigung führen kann.

Für die Familie von Gedeon war die Diagnose ein Schock. Was wird noch alles kommen? Wie wird sich das Tourette-Syndrom von Gedeon entwickeln? Wie geht das in der Schule, später im Beruf, im Alltag?

Ursache unklar

Gedeon hat Angst, dass seine Tics mehr werden und er eines Tages zu schimpfen und fluchen anfängt - so wie Fabiene.  Vor einem halben Jahr wurde Fabiene auf der Straße verprügelt, weil sie getict hat und sich nicht gleichzeitig erklären konnte, dass es nur ihr fieser Kobold ist, der das alles macht.

Gedeon muss regelmässig ins Krankenhaus nach Hannover. Dort sehen die Ärzte nach, ob oder wie weit das Tourette-Syndrom bei ihm fortgeschritten ist. Außerdem nimmt Gedeon an einem Forschungsprojekt teil, denn noch immer wissen die Ärzte viel zu wenig über die Krankheit: Woher sie kommt und was die Ursachen sein könnten.

Seit einigen Tagen formt Gedeon oft einen Mund zu einem Kussmund. Dazu schnaubt er ein wenig. Gedeons Mutter tut so, als ob sie es nicht bemerken würde. Aber beide wissen: Das ist Gedeons neuester Tic. Nicht immer sind Gedeons Tics so freundlich. Eine Zeitlang spuckte er allen Leuten vor die Füße. Ohne böse Absicht - sein Kobold wollte es so. Es ist, sagt Gedeon, wie eine Flasche Mineralwasser, wenn so ein Tic kommt. Irgendwer schüttelt und schüttelt die Flasche und plötzlich springt der Deckel auf.

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