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FÜR ERWACHSENE

Schau in Alvaros Welt

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letzte Ausstrahlung am 10.11.2019

Schau in Alvaros Welt

Alvaro lebt in La Paz, der größten Stadt Boliviens in Südamerika, und ist Schuhputzer. Jeden Tag steht er vor Sonnenaufgang auf. Er bereitet Schuhcreme, Bürsten und Glanztücher vor, packt alles in seinen Holzkasten rein - zusammen mit einer Mütze. Dann läuft er los. Von seinem armen Stadtteil am Berghang hinab in die Innenstadt von La Paz sind es hunderte von Stufen, bis er an seinem Arbeitsplatz angekommen ist.

Auf dem Bürgersteig einer belebten Straße der Innenstadt setzt er sich auf den Boden, baut seinen Holzkasten auf und und bietet den Fußgängern seine Arbeit an. Er ruft jedem, der vorbei läuft, „Hallo mein Herr, Hallo meine Dame, wie wäre es mit Schuhputzen?“ zu. Alvaro spricht Spanisch, das ist auch die Amtssprache von Bolivien und den meisten südamerikanischen Ländern.

Für alle hier ist es sehr wichtig, mit sauberen Schuhen in den Tag zu starten. Das ist gut für die Schuhputzer, denn so sind sie früh morgens bis vor Büroöffnung gut beschäftigt. Alvaro verdient pro Kunde 1,5 Bolivianos. Das sind umgerechnet ca. 20 Cent. Bei seiner Arbeit trägt Alvaro trägt immer eine dichte Mütze auf seinem Kopf. Sein Gesicht ist dann gar nicht zu sehen. Seine Kunden und wer an ihm vorbei läuft sehen nur seine Augen. Das machen alle Schuhputzer in La Paz. Alvaro schämt sich, dass er als Kind arbeiten muss, aber es geht nicht anders.

Seine Eltern haben so wenig Geld, dass er mitverdienen muss. Nur so ist genügend Geld in der Familienkasse, um sein Essen, seine Kleider, Bücher und Schulsachen zu kaufen. Mit dem Schuhputzen hat er angefangen als er sechs Jahre alt war, inzwischen ist er zwölf - und ein Profi in seinem Fach. In die Schule geht er nachmittags, seine Hausaufgaben macht er spät abends.

Alvaro putzt für seinen großen Traum

Alvaro arbeitet gerne und viel, hat aber ein großes Problem: Keiner seiner Freunde, Nachbarn oder Schulkameraden darf erfahren, dass er Schuhputzer ist. Überhaupt niemand darf es wissen! Als es mal in seiner Grundschule rauskam, ist Alvaro von den anderen Kindern, die mehr Geld haben als er, beschimpft worden. Darunter hat er sehr gelitten. Seit einem Jahr ist er in einer neuen Schule und hat große Angst, dass ihn wieder jemand zufällig entdecken könnte. Alvaro macht sich große Sorgen, dass die anderen Kinder ihn wieder beleidigen, weil er als Schuhputzer Geld verdienen muss.

Es ist schwer für Alvaro, mit dieser Scham und Angst zu leben. Oft ist er traurig, manchmal auch verzweifelt. Er will stolz sein können, dass er Geld verdient und dass er ein Profi in seinem Fach ist. Er weiß, dass er sich später sein Studium mit seiner Arbeit als Schuhputzer finanzieren wird. Alvaro möchte Arzt werden. Denn er will Menschen helfen, die arm und krank sind.

Eines Tages nimmt Alvaro seinen ganzen Mut zusammen und traut sich, zu einer Versammlung der Gewerkschaft der arbeitenden Kinder zu gehen. In Bolivien müssen viele Kinder arbeiten, um ihrer Familie zu helfen. Im Gegensatz zu Deutschland ist das dort nicht verboten. Alvaro hofft, dass ihm da jemand helfen wird, mehr Selbstvertrauen zu finden und so endlich aufzuhören, sich für seine Arbeit als Schuhputzer zu schämen und sich zu verstecken. Er will endlich stolz sein, auf das was er macht. Alvaro macht sich auf den Weg zur Versammlung - sein Herz rast…

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