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FÜR ERWACHSENE

Wir lassen uns scheiden!

Nächste Folge am 07.07.2019

um 20:10 Uhr

„Mama und Papa müssen mal mit dir reden!“ Da weißt du schon, dass nichts Gutes auf dich zukommt. Und so war es dann auch. An diesem Tag haben mir meine Eltern gesagt, dass sie sich trennen! Ich hatte aber schon lange davor das Gefühl, dass meine Mutter und mein Vater sich nicht mehr so wirklich gut verstehen. Das ist ja auch normal, denn eine Trennung kommt nicht so aus heiterem Himmel. Sie bahnt sich an. Oft lässt sich das sogar in Phasen einteilen …

Die „Vorscheidungsphase“ nach oben

Es ist die Zeit VOR der eigentlichen Scheidung oder Trennung. Manchmal versuchen Mamas und Papas ihre ganzen Probleme und Streitereien vor uns geheim zu halten. Aber mal ehrlich, da halten sie uns auch für ein bisschen blöd – als ob wir das nicht mitbekommen, wenn am Essenstisch dicke Luft herrscht oder böse Blicke zwischen den Eltern hin- und herhuschen.

Meine Eltern haben sich das Spielchen gleich gespart und ihre Streitereien offen vor mir ausgetragen. Der Papa übernachtete immer häufiger in seinem Arbeitszimmer auf der Gästecouch und es gab sogar ein verkorkstes Weihnachten. Da begann der Streit schon beim Abendessen am Heiligabend und wollte auch kein Ende nehmen. Ich hatte so die Schnauze voll, dass ICH Weihnachten nicht mehr feiern wollte. Nicht mal Geschenke wollte ich haben, denn ich wünschte mir nur, dass sie sich vertragen. Tja, der Wunsch blieb leider unerfüllt und das ganze Drama endete mit der Trennung meiner Eltern. Und damit: Herzlich Willkommen in…

Die „Scheidungsphase“ nach oben

Ganz ehrlich: Ich hatte sooo viele Fragen im Kopf! Am meisten beschäftigten mich diese hier: „Was bedeutet das jetzt für mich? Wenn ihr euch nicht mehr lieb habt, habt ihr mich dann noch lieb?“ Irgendwie stand ich in dem Moment überhaupt nicht auf Veränderungen. Ich hatte keinen Bock, das ich mich jetzt vielleicht zwischen meinen Eltern entscheiden muss – „Mama oder Papa?“, das wäre die schlimmste Frage, die mir jemand jetzt stellen könnte.

Ich hatte einfach keine Ahnung, was da jetzt auf mich zukommen würde.

Diese Phase war ein absolutes Auf und Ab der Gefühle. Ich hatte Wutausbrüche, habe mich hilflos und unverstanden gefühlt. Aber das Wichtigste war: genau das habe ich meinen Eltern knallhart gezeigt. Dadurch konnten sie mir immer wieder versichern, dass sich für mich nichts ändern wird. Mir hat es sehr geholfen, dass meine Eltern mich in die nächsten Schritte mit einbezogen haben. Das Schlimmste wäre gewesen, sie hätten irgendwelche Entscheidungen über meinen Kopf hinweg getroffen. Nee, auf keinen Fall, ich wollte mitreden! Das ist mein gutes Recht – denn schließlich gehörte ich genauso zu dieser Familie, wie Mama und Papa! Ich war froh, dass das zumindest ganz gut geklappt hat und ich somit locker in…

Die „Nachscheidungsphase" nach oben

…rutschte. In dieser Phase werden dann die Abmachungen für die Zukunft getroffen. Bei mir zog Papa dann irgendwann aus. Aber er kam trotzdem jeden Abend zu mir und hat mir bei den Hausaufgaben geholfen oder wir haben gemeinsam zu Abend gegessen. Tja und Mama hatte dann nach einem Jahr einen neuen Freund.

Tatsächlich haben sich meine Eltern nach der Trennung viel besser verstanden als je zuvor. Dadurch konnte ich darauf vertrauen, dass sie weiterhin für mich da sind. Ich meine, am Ende war es mir doch schnurz-pups-egal, ob sie in einem Bett schlafen oder nicht. Ganz ehrlich, mit ein bisschen Abstand muss ich sagen: Es gab eine minikleine Seite in mir, die erleichtert war. Denn ich kann definitiv sagen, dass ich unter den ewigen Streitereien mehr gelitten habe, als unter der Trennung selbst.

Am Ende ist meine Geschichte dann doch gut ausgegangen. Mein Papa und meine Mama waren weiterhin für mich da. Und selbst der neue Freund meiner Mutter entpuppte sich als ziemlich feiner Kerl.

Das Schöne ist: Wenn ich jetzt zurück schaue, habe ich keinen meiner Eltern verloren! Ganz im Gegenteil, sie hatten noch viel mehr Zeit für mich, die sie sonst immer in ihre Streitereien steckten. Außerdem habe ich mit dem Mann von meiner Mutter auch noch einen coolen neuen Ersatzpapa bekommen.
Liebste Grüße,

Clarissa

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Clarissa, Fräulein Wunder Clari in drei Sätzen: "Hallo Hamburg: Moin, Moin! Hallo München: Servus! Hallo Berlin: FRESSE oder wie du heißt!“ Sie beißt nicht, versprochen. Aber was sagen wir: lerne die zauberhafte Clarissa einfach selbst kennen.

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