SOS Plan für Scheidungskinder

Nächste Folge am 04.08.2019

um 20:10 Uhr

FAQ Scheidung

SOS Plan für Scheidungskinder

von Sabine, unsere Expertin am 17.12.2017


WAS BEDEUTET FAQ?

Das heißt ausgeschrieben Frequently Asked Questions (häufig gestellte Fragen) und ist nichts weiter als eine ausführliche Zusammenstellung all dieser Fragen.

Sich auch mal zu streiten, ist völlig normal. Wenn fast nur noch dicke Luft zu Hause ist, ist das beunruhigend. Sprich mit deinen Eltern über deine Beobachtungen und deine Sorgen.

Wenn du einen Streit zwischen den Eltern miterlebst, fühlst du dich unbehaglich. Vielleicht spürst du den Ärger deiner Mutter und möchtest sie unterstützen. Gleichzeitig tut dir dein Papa leid und du möchtest ihm irgendwie beistehen. Das ist eine blöde Situation. Es ist jedoch nicht deine Aufgabe, sie zu lösen oder den Streit zwischen deinen Eltern zu schlichten. Du könntest deinen Eltern sagen, wie unangenehm die Situation für dich ist und bitten, ihren Streit nicht vor dir auszutragen.

Ein Versuch ist es vielleicht wert, einen netten Abend zu zweit für deine Mutter und deinen Vater zu organisieren. Aber: Wenn Eltern beschließen, sich zu trennen, können Kinder nichts dagegen tun. Wenn die Entscheidung steht, helfen auch leider keine Geschenke oder sonst irgendwelche Aktionen.

Eine Trennung der Eltern ist erstmal deren Entscheidung. Akzeptiere es, auch wenn`s schwer ist.

Du bist nicht schuld an der Trennung. Dafür sind ganz allein deine Eltern verantwortlich.

Zu hören, wie Eltern sich laut und aggressiv streiten, kann Angst machen und sehr beunruhigend sein. Du könntest deinen Eltern sagen, dass du den Streit gehört hast und dir Gedanken machst. Oft bekommen Eltern nicht mit, wie laut sie sind.

Tröstlich kann zum Beispiel ein Lächeln oder eine Umarmung sein. Oder du sagst ihnen, wie lieb du sie hast.

Das können dir nur deine Eltern beantworten.

Ja! Ganz egal wie oft und heftig sich deine Eltern streiten: Sie haben Probleme als Paar und nicht mit dir.

Wenn dich die Auseinandersetzungen zwischen deinen Eltern sehr belasten, hole dir Hilfe. Du könntest mit einer Person, die du magst und der du vertraust, reden. Das kann zum Beispiel die Großmutter, der Großvater, ein Onkel, die große Schwester oder Freunde sein.

Du bist nicht allein mit deinen Erfahrungen. Es gibt viele andere Familien, in denen es Streit gibt und sich Eltern trennen und Kinder ähnliches durchmachen wie du. Und es gibt Menschen, die sich mit solchen Situationen auskennen und gerne zuhören und helfen, - so zum Beispiel in Erziehungs- und Familienberatungsstellen für Familien, Vertrauenslehrer an deiner Schule, Psychologen und Therapeuten, Selbsthilfe- und Austauschgruppen für Trennungskinder. Du kannst auch jederzeit an das KUMMERKASTEN-Team der Diakonie schreiben.

Miteinander reden ist immer sinnvoll. Falls deine Eltern gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, könntest du dir Hilfe bei anderen lieben Menschen holen, denen du vertraust.

Über das zu sprechen, was dir Sorgen oder Angst macht, kann sehr entlastend sein. Aber du musst nichts tun, was du nicht möchtest oder dir unangenehm ist.

Es ist vollkommen normal, die Neue oder den Neuen nicht zu mögen oder erst einmal zurückhaltend zu reagieren. Schließlich ist sie oder er für dich noch ein fremder Mensch.

Bleibe in deinem Verhalten fair und versuche, der Neuen oder dem Neuen eine Chance zu geben. Deine Eltern haben dich nicht weniger lieb, nur weil sie einen neuen Menschen an ihrer Seite haben.

Lass dich von niemandem unter Druck setzen und nimm dir die Zeit, die du brauchst, dich an die neue Person und Situation zu gewöhnen.

So viele Veränderungen und dann auch noch ein Umzug! Ein Abschied von deinem bisherigen Zuhause kann ganz schön traurig machen und verunsichern. Aber jeder Abschied ist auch ein Anfang von etwas Neuem und das muss nicht (nur) schlecht sein.

Egal wie weit du wegziehst, dein Vater/deine Mutter wird deswegen nicht aufhören, dich zu lieben. Wichtig ist, dass geregelt wird, dass du ihn/sie regelmäßig sehen und besuchen kannst.

Veränderungen bringen zunächst viel Unruhe und Unsicherheit. Manchmal ermöglicht eine neue Umgebung aber auch Abstand zur schweren Zeit, die hinter einem liegt, bringt einen auf neue Gedanken und ermöglicht neue Erfahrungen.

Deine Eltern sind verantwortlich und treffen viele Entscheidungen für dich mit. Doch du darfst auch sagen, was du möchtest und was du dir wünschst. Du hast ein Mitspracherecht.

Du könntest in deinem Zimmer in der Wohnung oder im Haus deines Vaters ein Foto deiner Mutter und in deinem Zimmer bei deiner Mutter ein Foto deines Vaters aufhängen. So sind immer beide Elternteile in deiner Nähe, egal wo oder bei wem du gerade wohnst.

Keine Lust aufeinander zu haben, voneinander genervt zu sein, das kommt immer mal vor und ist zwischen Eltern und Kindern normal. Trotzdem ist es empfehlenswert, zur Mutter oder zum Vater zu gehen, auch wenn du eigentlich nicht möchtest. Es geht darum, dass ihr auch ein Stück Alltag miteinander teilt. Dazu gehört auch, mal keine Lust aufeinander zu haben, genervt voneinander zu sein und trotzdem irgendwie miteinander klar zu kommen.

Du bist und bleibst das Kind deiner Eltern und kannst von Niemanden ersetzt werden.

Sage klar und deutlich, was dich stört und was du dir ab sofort anders wünschst.

Du kannst davon ausgehen, dass deine Eltern die Trennung auch als schmerzhaft und traurig erlebt haben. Doch nach einer Trennung ist es möglich und erlaubt, sich auch wieder neu zu verlieben. Trotzdem werden deine Mutter und dein Vater immer verbunden bleiben durch die Tatsache, dass sie deine Eltern sind.

Das ist eine schwere Situation, für die es keine schnelle und leichte Lösung gibt. Du könntest versuchen herauszufinden, warum du die neue Familie oder die Kinder deines Stiefvaters ablehnst und was dich genau stört. Entlastend kann auch sein, mit Freunden oder Verwandten über deine Gefühle zu sprechen.

Du kannst dem Elternteil sagen, dass du das nicht möchtest. Vielleicht vereinbart ihr, nur über Dinge und Angelegenheiten zu sprechen, die mit euch beiden zu tun haben.

Liebe lässt sich nicht in einen Vertrag zwängen, ebenso nicht ein Versprechen, dass alles wieder wird wie früher. Aber: Deine Eltern sind und bleiben deine Eltern und lieben dich, ganz egal, ob sie noch als Paar zusammen sind oder nicht. Spreche mit deinen Eltern über das, was dich bewegt, was dich verunsichert, was du dir wünschst.

Manchmal kommt es vor, dass der Kontakt zu einem Elternteil, bei dem man nicht wohnt, seltener wird oder sogar abbricht. Wenn du Angst vor so einer Situation hast, dann bleibe nicht allein damit und sage klar und deutlich, dass du (wieder) Kontakt haben möchtest.

Ja, du hast ein Recht auf Kontakt mit deinen Eltern und du kannst den Kontakt einfordern.

Wenn man weniger Zeit miteinander verbringt, versucht man oft, diese Zeit ganz besonders zu gestalten. Es kann sein, dass der andere Elternteil darauf neidisch ist. Sprecht in Ruhe über die Situation. Vielleicht reserviert ihr euch ganz bewusst Stunden oder Tage, an denen auch ihr etwas Außergewöhnliches oder Schönes miteinander unternehmt.

Das Gute an der Trennung kann sein, dass der Familienalltag wieder ruhiger und entspannter wird, - ohne ständige Konflikte und Streitereien.

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Sabine, unsere Expertin Sabine hat eine Schwäche für Katzen. Sie lebt in der Hauptstadt und kennt sich außerdem mit Farben aus. Zahlen und Vokale sind für sie farbig. Kein Mist! Wenn DU allerdings rot siehst: Sabine fragen! Sie kann dir helfen.