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FÜR ERWACHSENE

Das Leben in der DDR

Die Menschen in der DDR führten ein anderes Leben, als wir es heute kennen. Wie sah der Schulalltag und die Freizeitgestaltung aus? Und was war die Stasi? Lest hier, was das Leben der Menschen damals ausmachte.

Schüler sitzen in einem Klassenraum. Die Lehrerin steht in ihrer Mitte. Alle tragen ein rotes Halstuch. | Rechte: KiKA/Balance Film & TrickStudio Lutterbeck

Für die Menschen in der DDR übernahm die Familie eine wichtige Schutzfunktion. Sie bot ihnen eine private Umgebung und sie konnten sich über die strengen Regeln der Regierung hinwegsetzen. Innerhalb der Familie durfte man beispielsweise seine Meinung frei äußern, verbotene Musik hören oder Fernsehsendungen aus dem Westen anschauen. Auch konnten die Kinder hier mit Geschenken von Besuchern aus West-Deutschland spielen, die von der Regierung abgelehnt wurden.

Durch die Grenze zwischen der DDR und der Bundes­republik waren viele Familien getrennt worden. Es konnte dadurch vorkommen, dass beispielsweise die Großeltern oder die Geschwister der Eltern nicht in der DDR, sondern in West-Deutschland lebten. Sie zu besuchen war für viele DDR-Bürger durch die eingeschränkte Reisefreiheit nur schwer oder gar nicht möglich. Ebenso mussten Bürger aus West-Deutschland einen Besuchsantrag bei der zuständigen DDR-Behörde stellen, um ihre Verwandten in Ost-Deutschland besuchen zu dürfen.

Der Alltag der Schulkinder war streng durchorganisiert. Neben der Schule gab es viele Freizeit-Angebote. Am wichtigsten waren die „Pioniere“ und die „FDJ“. Zudem gab es Jugendclubs, Diskotheken oder Sportverbände, sowie viele Veranstaltungen zum Feiern. Das alles war kostenlos und kam vom Staat.

Sportliche Aktivitäten gehörten zum festen Bestandteil des DDR-Alltags. Sie waren in Kindergarten, Schule, Arbeitsstätte und Freizeit eingebunden und wurden vom Staat großzügig gefördert. Es gab sportliche Eignungstests für Kinder und Jugendliche. Die besonders Talentierten kamen auf die Kinder- und Jugendsportschule. Fußball, Turnen, Volleyball oder Tischtennis erfreuten sich großer Beliebtheit. International waren Sportler aus der DDR sehr erfolgreich. Sie gewannen viele Medaillen bei den Olympischen Spielen.

Die meisten Kinder in der DDR gingen zehn Jahre zur Schule. Für die Kleineren gab es Fächer wie Werkunterricht und Schulgarten. Die älteren Jungen in Klasse 9 und 10 besuchten den Wehrkundeunterricht. Die Mädchen wurden in Erster Hilfe geschult. Religionsunterricht gab es in den Schulen nicht, der fand außerhalb der Schule in kirchlichen Einrichtungen statt.

Die staatlich gelenkten Freizeitorganisationen "Pioniere" oder "Freie Deutsche Jugend" (kurz: "FDJ") wurden stark in den Schulalltag eingebunden. Sowohl Schule als auch Freizeitorganisationen orientierten sich an der sozialistischen Gesellschaftsordnung. Deren Ziel war die Gleichheit aller und die Unterstützung der Gemeinschaft. So wurde der Schulunterricht beispielsweise mit dem Pioniergruß "Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit!" von den Lehrern eröffnet, worauf die Klasse antwortete: "Immer bereit!". Häufig fand auch der sogenannte "Fahnenappell" in der Schule statt, ein militärisches Ritual von Pionieren und FDJ-Organisation - mit Strammstehen, Fahne hissen und sozialistischem Gruß.

Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat war in der DDR schwierig. Religion passte nicht in das sozialistische Weltbild. Im Alltag kam es immer wieder zur Ausgrenzung von Gläubigen. Auf Initiative der Kirche entstand eine starke Friedensbewegung. Daraus wurde schließlich die Friedliche Revolution.

Die DDR-Regierung versuchte, den Einfluss der Kirche nicht zu groß werden zu lassen. Besonders junge Menschen wolte sie von ihr fern halten. Daher gab es die Organisationen "Pioniere" und "FDJ". Familien, die sich offen zum christlichen Glauben bekannten, mussten mit Nachteilen bei der Berufswahl rechnen. Als staatliche Gegenmaßnahme zur christlichen Konfirmation oder Kommunion existierte die „Jugendweihe“. Dabei wurden Jugendliche ab 14 Jahren symbolisch in das Erwachsenwerden eingeführt.

Durch die eingeschränkte Reisefreiheit konnten DDR-Bürger ihren Urlaub nur im eigenen Land oder im sozialistischen Ausland verbringen. In die Tschechoslowakische Sozialistische Republik (heute: Tschechien) konnten die Menschen meistens ohne besondere Genehmigung fahren. Für Reisen nach Bulgarien, Ungarn oder Rumänien musste zuvor eine Erlaubnis beantragt werden. In der Regel wurden solche Reisen aber problemlos genehmigt. Die Ostsee war ein beliebtes Reiseziel im eigenen Land, allerdings durfte man die See nicht allein mit einem Boot befahren. Dies konnte schon als „Republikflucht“ angesehen werden, da die Grenze auch durch die Ostsee verlief.

Viele Urlaube wurden auch von den Arbeitsbetrieben organisiert, da sie eigene Ferienheime besaßen. Außerdem gab es zahlreiche staatliche Campingplätze. Die FDJ betrieb auch ein eigenes Reisebüro über das Gruppenreisen für Jugendliche angeboten wurde.

In der DDR herrschte nur eine Regierungspartei, die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (kurz: SED). Sie hatte die alleinige Macht im Staat und konnte Gesetze und Vorschriften selber bestimmen. Die Überwachung der staatlichen Vorgaben erfolgte durch das Ministerium für Staatssicherheit, einer Geheimdienst-Organisation, kurz "Stasi" genannt.

Wegen der vielen starren Regeln, der eingeschränkten Freiheiten und der ständigen Überwachungen durch den Geheimdienst Stasi wuchs in der DDR-Bevölkerung immer stärker der Wunsch nach Veränderungen. Die Menschen wollten ihre Meinung frei sagen dürfen, sie wollten mitbestimmen, von wem sie regiert werden und ihren Beruf selber wählen. Auch wollten sie ihre Verwandten im Westen jederzeit ungehindert besuchen dürfen und ihr Urlaubsziel frei auswählen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland von den Siegermächten in zwei Teile geteilt. Im Westen entstand die Bundesrepublik Deutschland und im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Um die fortwährende Flucht vieler Menschen von Ost- nach West-Deutschland zu verhindern, trennten die Machthaber der DDR schließlich beide Teile durch eine Grenze.

In Ost-Deutschland wurde sie von der DDR-Regierung streng bewacht. Durch ganz Berlin wurde 1961 sogar eine Mauer gebaut! Der Ostteil der Stadt gehörte nämlich zur DDR. Das Verlassen der DDR ohne Genehmigung wurde nach der Errichtung der Grenze als „Republikflucht“ bezeichnet und mit mehreren Jahren Gefängnis bestraft.

Nächste Ausstrahlung am 03.10.2022

um 12:00 Uhr

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