Was sich Schüler*innen wünschen

Themenschwerpunkt "Schule leben!"

Was sich Schüler*innen wünschen

Schule hat als Sozialraum und Bildungsinstitution eine ausgesprochene Bedeutung für das Leben von Kindern und Jugendlichen. Wo sehen Schüler*innen Verbesserungsbedarf in ihren Schulen? Was soll sich ihrer Ansicht nach verändern? Und wer entscheidet darüber?

Nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtecharta haben Kinder und Jugendliche ein Recht auf Teilhabe an ihrer Lebenswelt*. Dementsprechend gilt es Bedürfnisse und Wünsche von Schüler*innen auch innerhalb der Bildungspolitik zu berücksichtigen**. Dabei stellt sich auch die Frage, inwiefern jungen Menschen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu äußern.

KiKA fragte in einer repräsentativen Befragung Erst- bis Sechstklässler*innen aus ganz Deutschland zu ihren Erfahrungen in der Schule. Dabei waren nicht nur die generelle Zufriedenheit und die digitale Ausstattung der Schulen von Interesse, sondern auch Veränderungsbedarf an den Schulen und von den Schüler*innen geäußerte Wünsche.

Was wünschen sich Schüler*innen? nach oben

"Ist halt eine Schule. Da ändert auch kein Anstrich was dran."

Junge, 11 Jahre

Bei einer offenen Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten wünschen sich 68 Prozent der Erst- bis Sechstklässler*innen Veränderungen auf ihrem Schulgelände.

Im Mittelpunkt stehen dabei Verbesserungen auf den Schul- bzw. Pausenhöfen sowie in den Klassenräumen und Toiletten. Verbesserungen bei der technischen Ausstattung und der Schulverpflegung werden hingegen nur von 4 Prozent der Schüler*innen genannt.

Besonders Kinder der ersten bis vierten Klassenstufe wünschen sich häufig mehr Spielgeräte sowie Klettergerüste für ihren Pausenhof. Den Befunden des LBS-Kinderbarometer 2019 zufolge ist jüngeren Kindern ein Mitspracherecht bei der Schulhofgestaltung besonders wichtig***.

Wer entscheidet? – Partizipation und Demokratie in der Schule nach oben

Unter der Woche ist die Schule für viele Kinder der Lebensmittelpunkt. In Bezug auf Partizipation und Teilhabe kommt der Bildungsinstitution dementsprechend eine besondere Bedeutung zu.

Dabei bewegt sich Schule immer in einem Spannungsfeld zwischen ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag und dem Recht auf Selbst- und Mitbestimmung der Schüler*innen.

Die Kultusministerkonferenz hält in ihrem Beschluss zu "Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis der Erziehung" in der Schule fest, dass Demokratiebildung nicht nur Teil des Lehrplans sein muss, sondern auch ein Kennzeichen der Schulorganisation.

Jedoch scheint es hinsichtlich Partizipation und demokratischer Teilhabe noch Nachholbedarf an deutschen Schulen zu geben. 62 Prozent der befragten Schüler*innen antworteten auf die Frage, ob sie gerne an ihrer Schule mitentscheiden würde, mit „Ja“.

Neben der Wahl der Klassensprecher*innen wollen Kinder der ersten bis sechsten Jahrgangsstufe auch über die Klassenraumgestaltung oder die Verwendung der Klassenkasse mitentscheiden. Je höher die Klassenstufe der Schüler*innen ist, desto eher existiert ein Mitsprachewunsch.

Dem LBS-Kinderbarometer 2019 zufolge ist es Kindern am wichtigsten, über Klassenfahrten und Ausflüge mitbestimmen zu können. Außerdem ist es den Kindern mittelmäßig wichtig bei Unterrichtsthemen mitentscheiden zu dürfen***.

Im Kontext der Schule ist Partizipation durch unterschiedliche Formen und Beteiligungsgrade gekennzeichnet. So reicht das Spektrum von spezifischer Selbstbestimmung in Form von Schüler*innenvertretungen über Mitbestimmung oder Mitwirkung an bestimmten Schulbereichen bis dahin, dass Schüler*innen über bestimmte Gegenstände des Schulalltags zumindest informiert werden.

Grundsätzlich lässt sich von Partizipation sprechen, wenn Schüler*innen freiwillig aktiv werden, um eine Situation oder einen Sachverhalt, der bzw. die sie betrifft, zu verändern oder zu verbessern. Begriffe wie Schul-, Anwesenheits- oder Aufsichtspflicht zeigen jedoch bereits mögliche Grenzen schulischer Partizipationsmöglichkeiten auf.

Das Angebot wurde mit freundlicher Unterstützung des MDRdata-Teams realisiert.

Infos und Hintergründe: Weitere Studien

1. Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

2. Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrens- vorschriften gehört zu werden.

Auftraggeber zu der Studie zu Bedarfen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist die Bertelsmann Stiftung. Bei der Studie wurden rund 3.500 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren in Form von Fragebögen und Gruppendiskussionen befragt.

Die seit 2009 jährlich erscheinende repräsentative Studie der Landesbausparkassen (LBS) befasst sich mit den Meinungen und dem Wohlbefinden von Kindern in Deutschland. Im Kern geht es um die Themen: Familie, Schule, Wohnumfeld, Tagesgeschehen und Politik. Interviewt wurden Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren.