Themenschwerpunkt "Gesund leben!"

Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Entwicklung von Kindern. Doch wie können Eltern ihren Kindern "gesund" schmackhaft machen? Und worauf kommt es bei ausgewogener Ernährung an? Unter dem Motto "Respekt für meine Rechte! Gesund leben!" rückt KiKA all diese Themen in den Mittelpunkt.

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Gesunde Ernährung - Was heißt das eigentlich? nach oben

Ausgewogen, abwechslungsreich und viele frische Zutaten: Das macht eine gesunde Ernährung aus. Kinder brauchen Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Ballast- und Pflanzenstoffe. Denn nur so werden sie optimal mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt. Wer sich gesund ernährt hat im Alltag außerdem oft mehr Energie und fühlt sich fit.

Gesunde Ernährung ist nicht schwer nach oben

Kinder kennen sich aus

In einer repräsentativen KiKA-Studie gaben 84 Prozent der befragten 6- bis 13-Jährigen an zu wissen, dass gesunde Ernährung Übergewicht vorbeugen kann.

Wenn es um gesunde Ernährung geht haben Eltern oft viele Fragen. Was ist erlaubt? Bei welchen Lebensmittel kann man ohne Nachzudenken zugreifen? Und was sollte im Alltag eher die Ausnahme sein? Mit Hilfe der Ernährungspyramide können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern lernen welche Lebensmittel dem Körper gut tun und welche nicht.

Gesunde Lebensmittel stehen unten in der Ernährungspyramide. Von ihnen sollte man möglichst viel essen. Neben Obst und Gemüse sind auch Tee und Wasser gut für den Körper. Die Lebensmittel, die in der Pyramide ganz oben stehen, sind nicht gesund und enthalten oft viel Zucker. Zum Beispiel Süßigkeiten wie Schokolade, Eis und Kekse. Wenn man sich insgesamt aber ausgewogen ernährt und ausreichend bewegt, kann man auch ab und zu etwas Süßes essen.

Was tut unserem Körper gut bzw. nicht gut? Und wieso? nach oben

Nachgefragt

45 Prozent der 6- bis 13-Jährigen glaubt, dass Zucker etwas Schlechtes ist. Dass Zucker süchtig macht, sagen sogar über 50 Prozent der befragten Kinder.
(Quelle: repräsentative KiKA-Studie)

Wie und was wir essen hat Auswirkungen auf unseren Körper. Wer zu viel Fast Food oder Süßgikeiten isst, nimmt zu. Wer hingegen viel Obst und Gemüse isst, stärkt seine Abwehrkräfte.

Zucker
Die Zahl übergewichtiger Kinder ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Vor allem Zucker gehört zu den größten Dickmachern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen deshalb maximal zehn Prozent der täglichen Kalorien mit Zucker aufzunehmen.

Das Problem: Vielen Lebensmitteln sieht man nicht an, dass sie Zucker enthalten. Hinzu kommt das einem oft das Wissen fehlt, die Zucker-Angaben und Nährwert-Tabelle auf der Rückseite der Verpackung richtig zu interpretieren. 10 Gramm Zucker auf 100 Gramm wirken nicht viel, sind allerdings mehr als drei Zuckerwürfel.

Zucker | Rechte: PantherMedia/ miltonia
Zucker

Zuckerangaben in Zuckerwürfel umrechnen

Ein Zuckerwürfel wiegt 3,3 Gramm. Wenn 100 Gramm Saft 10 Gramm Zucker enthalten, sind das übersetzt drei Zuckerwürfel.

Zucker ist allerdings nicht per se schlecht für den Körper. Er versorgt die Organe mit Energie. Das heißt jedoch nicht, dass man dafür Süßigkeiten essen muss. Obst und Gemüse enthalten von Natur aus Zucker und versorgen den Körper außerdem mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Aufpassen sollte man erst, wenn man zu viel Zucker zu sich nimmt. Zum Beispiel durch Süßigkeiten. Oft bekommt der Körper dadurch zu viel Energie. Er weiß dann nicht wie er sie verbrennen soll und verwandelt die Energie in Fett.

Fett
Fette bestehen aus unterschiedlichen Fettsäuren. Diese haben unterschiedliche Wirkungen auf den menschlichen Körper:

  • Ungesättigte Fettsäuren. Sie stecken zum Beispiel in Fisch, Nüssen und Oliven- oder Rapsöl. Sie tun dem Körper gut und sind wichtig für das Gehirn, Herz und die Augen.
  • Gesättigte Fettsäuren. Sie stecken in tierischen Produkten, zum Beispiel Fleisch oder Butter. In Maßen sind sie okay. Wer allerdings zu viel davon isst, kann damit seinen Blutgefäßen und dem Herz schaden.
  • Transfette. Sie stecken in Burger, Pommes, Chips oder Backwaren. Bei der Zubereitung wird das Fett stark erhitzt oder gehärtet. Sie sind nicht gut für den Körper. Von ihnen sollte man möglichst wenig essen, weil sie das Risiko für Herz- und andere Krankheiten steigern.

Weißmehlprodukte vs. Vollkornmehlprodukte
Getreide besteht aus mehreren Schichten. Außen befindet sich eine Schutzschale - die Spelze. Dann kommt die Kleie. Sie setzt sich aus der Hülle des Korns und dem Keimling zusammen. Innen ist der Mehlkörper.

Bei der Herstellung von Weißmehl wird nur der Mehlkörper verarbeitet. Bei Vollkornprodukten hingegen wird neben dem Mehlkörper auch die Kleie verwendet. In dieser stecken viele Ballaststoffe und Vitamine. Sie quellen im Körper auf und halten uns so lange satt . Außerdem helfen sie bei der Verdauung und sorgen für eine bessere Konzentration.

Auf die Plätze, fertig, los - Tipps zum Start in eine gesunde Ernährung nach oben

Die familären Essgewohnheiten und familäre Ernährungsweise umzustellen, muss nicht schwer sein. Mit folgenden Tipps der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird gesunde Ernährung kinderleicht!

Gemüse | Rechte: colourbox.com
Gemüse Gemüse und Obst

"5 am Tag"

Essen sie mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Obst und Gemüse liefern dem Körper Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. So stärken sie unter anderem ihr Immunsystem.

Vollkorn | Rechte: Veer
Vollkorn

Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte

Für viele Getreideprodukte gibt es Vollkornalternativen. Zum Beispiel Brot, Reis oder Nudeln. Vollkornprodukte enthalten mehr Ballaststoffe und Vitamine als Weißmehlprodukte. Sie quellen im Körper auf und halten länger satt. Außerdem sind sie gut für die Verdauung und sorgen für eine bessere Konzentration.

Zucker | Rechte: PantherMedia/ miltonia
Zucker

Zucker vermeiden

Versuchen sie weniger mit Zucker zu süßen und essen Sie weniger Süßigkeiten. Zucker liefert unserem Körper zwar Energie, aber wenn wir zu viel davon essen kommt es zu einem Energieüberschuss. Da der Körper die Energie loswerden muss, wandelt er sie in Fett um und wir nehmen zu.

Kochen | Rechte: Comstock/F1online
Kochen

Lebensmittel schonend kochen

Bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollten Sie darauf achten, sie nur so lange wie nötig und so kurz wie möglich zu garen. Wenn Sie etwas in der Pfanne anbraten, können Sie weniger Fett benutzen.

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Wasser trinken

Trinken Sie am besten Wasser oder kalorienarme Getränke wie ungesüßten Tee oder selbst gepressten Orangensaft. Limonaden oder stark gesüßte Säfte sind ungesund.

Wie kann ausgewogene Ernährung im Alltag aussehen?
Lebensmittel-Gruppe Was ist das? Wie viele Portionen am Tag?
Pflanzliche Lebensmittel Obst, Gemüse, Brot, Nudeln, Reis, Getreide, Hülsenfrüchte, Samen, Nüsse 3 Portionen Gemüse/Hülsenfrüchte, 2 Portionen Obst, 4 Portionen Getreideprodukte oder Kartoffeln
Tierische Lebensmittel Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Fisch, Eier 3 Portionen Milch, Joghurt, Käse + 1 Portion Fleisch/Wurst oder Fisch oder Eier
Fett und Zucker Süßigkeiten, Gebäck, Fast-Food, Limonade nicht mehr als 1 Portion am Tag

Kinder für gesunde Ernährung begeistern nach oben

Tipp 1: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran
Als Elternteil sind sie automatisch ein Vorbild für Ihr Kind. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung fängt deshalb bei Ihnen selbst an. Trinken Sie viel Wasser, bewegen Sie sich ausreichend und wählen Sie frische, saisonale Lebensmittel. So können Sie Ihre Kinder mit einer bunten, abwechslungsreichen Ernährung vertraut machen und zusammen gesund und fit im Alltag werden.

Tipp 2: Mit Kindern kochen
Gemeinsam Kochen macht Spaß! Lassen Sie ihr Kind also gerne beim Kochen und Backen dabei sein. Egal ob Gemüse schnippeln, etwas mit dem Kochlöffel umrühren oder den Tisch decken - Kinder lernen durch das Mitmachen den Umgang und Spaß am Zubereiten von gesunden Gerichten. Das Deutsche Kinderhilfswerk hat in einer Studie herausgefunden, dass das Essverhalten von Kindern so positiv beeinflusst werden kann.

Lieblingsgemüse

Gurken, Möhren und Tomaten sind das Lieblingsgemüse von 6- bis 13-Jährigen.
(Quelle: repräsentative KiKA-Studie)

Tipp 3: Zusammen einkaufen
Nehmen Sie Ihre Kinder doch einfach mal mit in den Supermarkt oder zum Wochenmarkt! Dort können sie vieles über frische Lebensmittel lernen und die Auswahl sehen.
Kleiner Tipp! Schreiben Sie vorher eine Einkaufsliste. So vermeiden Sie unnötige Einkäufe.

Tipp 4: Gesunde und leckere Snacks vorbereiten
Ihr Kind möchte nach der Schule schnell etwas Essen, doch Zeit fürs Abendbrot ist es noch lange nicht? Mit unseren tollen Rezepten können Sie gesunde und leckere Snacks für Ihre Kinder vorbereiten. Oder diese gemeinsam nach der Schule machen.

Tipp 5: Das Auge isst mit
Obst oder Gemüse sieht für Kinder oft nicht so ansprechend aus wie zum Beispiel Süßigkeiten-Gummitiere. Doch mit einem einfachen Trick können Sie Ihre Kinder von der gesunden Alternative begeistern: Richten Sie die geschnibbelten Obst- und Gemüsestücke schön an! Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt und Ihre Kinder werden sicherlich große Augen machen.

FAQ - Is(s)t das noch gesund?! nach oben

Zu allererst: Keine Panik. Es gibt erst einmal keinen Grund zur Sorge. Ernährungsexpert*innen sind sich einig, dass sich Kinder trotzdem normal und gesund entwickeln. In der Regel gehen diese Phasen der einseitigen Ernährung auch wieder vorbei. Wenn Sie sich trotzdem Sorgen machen oder das Gefühl haben, dass diese Phase zu lange anhält, können Sie auch mit dem Arzt Ihres Kindes über das Thema reden. Was Sie auf jedenfall vermeiden sollten ist Druck auf Ihr Kind. Verlangen Sie nicht, dass es etwas Essen muss, was es nicht möchte.

Ihr Kind isst das Abendbrot am liebsten alleine vor laufendem Fernseher? Besser ist es, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind am Familientisch sitzen. Studien belegen das Kinder gesünder und achtsamer essen, wenn sie ihre Mahlzeiten mit ihren Eltern einnehmen. Die Lieblingsserie kann Ihr Kind vor oder nach dem Abendessen ansehen.

Das Pausenbrot ist das zweite Frühstück für Kinder. Es ist besonders wichtig, denn es sorgt dafür, dass sie dem Unterricht konzentriert folgen können. Generell gilt: Fällt das Frühstück zuhause größer aus, dann reicht es kleines Pausenbrot. Fehlt beim Frühstück zuhause das Obst, so gehört es auf jeden Fall in die Brotdose.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt folgendes für die Brotdose:

  • Brot (am besten Vollkorn) belegt mit Wurst, Käse oder vegetarischem Auftrich. Gerne darf auch ein Salatblatt, Gurkenscheibe oder Tomate mit auf das Brot.
  • Gemüse und Obst, das Ihr Kind gerne isst.
  • Auch ein Getränk darf nicht fehlen! Wie wäre es mit Wasser, ungesüßtem Tee oder einer Saftschorle?
  • Alternativ zu Brot, können Sie Ihrem Kind auch Joghurt oder Quark mitgeben.

Leider ist auch bei Kindern und Jugendlichen das Thema "Essstörung" immer öfter ein Thema. Zu allererst: Sie sind nicht alleine. Es gibt viele Eltern, denen es ähnlich wie Ihnen geht. Mit Hilfe unserer "Kummerkasten"-Checkliste können sie herausfinden, ob Ihr Kind einfach aus einer Laune heraus weniger isst oder eine Essstörung entwickelt. In jedem Fall sollten Sie sich professionelle Hilfe holen und mit Expert*innen sprechen. Informationen zu Essstörungen und Beratungsangebote finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

KiKA-Sendungen zum Thema Ernährung nach oben

Unter dem Motto "Respekt für meine Rechte! Gesund leben" rückt KiKA vom 7. September bis zum 25. September das Thema Gesundheit in den Mittelpunkt des Programms. Viele Sendungen beschäftigen sich dabei mit Ernährung.

Gesundheit in Corona-Zeiten

Gesund leben! | Rechte: KiKA

KiKA-Studie

Wie Kinder die letzten Monate erlebt haben

Über 50 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis dreizehn sagt: Es geht ihnen gut. Negativ fanden sie, dass sie ihre Freund*innen und Großeltern nicht wie gewohnt besuchen konnten. Positiv hingegen, dass sie während der Schulschließungen länger schlafen konnten und zuhause oft frisch gekocht wurde.