Die Stadt der Zukunft KiKATOPIA bauen!

ERDE AN ZUKUNFT

Die Stadt der Zukunft KiKATOPIA bauen!

Wie wollen wir gemeinsam in Zukunft leben? ERDE AN ZUKUNFT entwickelte mit zwölf Schülern und zwei Professoren ein Planspiel, mit dem Lösungsvorschläge für ein gelingendes Zusammenleben gefunden werden sollen.

Das Planspiel

Bei dem Planspiel KiKATOPIA können Kinder die Stadt der Zukunft nach ihren eigenen Vorstellungen bauen und entwickeln. Anhand verschiedener Aufgaben können sie entscheiden, wie die Menschen dort zusammenleben, wohnen und arbeiten sollen und schlüpfen dazu in die Rolle eines Stadtrates. Im Rahmen des KiKA-Themenschwerpunktes spielen Kinder mit Unterstützung von ERDE AN ZUKUNFT-Moderator Felix und seiner Redaktion das Planspiel.

Die Professoren im Interview

Prof. Dr. Willy Kriz und Prof. Dr. Thomas Eberle haben das Planspiel in Workshops mit den „Entwicklerkindern“ sowie auf der Basis der Erfahrungen mit diesen entwickelt. Für die Art des Planspiels waren entscheidend:

  • Vorstellungen der Kinder
  • individuelle Werte
  • Erfahrungen aus ihrer Lebenswelt
  • Recherchen über Zusammenleben in der Stadt

1. Wie genau muss man sich das Planspiel vorstellen, das Sie mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet haben?

In mehreren Spielrunden bauen Kinder oder Jugendliche eine Stadt der Zukunft. Sie übernehmen die Rolle von Stadträten/-rätinnen und treffen Entscheidungen.

Dabei sollen sich die Lebensqualität und alle anderen Lebensbereiche für die Einwohner der Stadt möglichst gut entwickeln. Die neun Lebensbereiche Gesundheit, Nahrung, Sicherheit, Umwelt, Wohlstand, Bildung, Erholung/Spiel/Freizeit, Arbeitsplätze und Gemeinschaft stehen für wichtige Werte und Bedürfnisse, die die BürgerInnen haben. Am Spielbeginn sind alle diese Bereiche nur gerade ausreichend gut versorgt. Die Lebensqualität ist der Durchschnitt aus allen neun Lebensbereichen. Sie zeigt an, wie zufrieden die Einwohner insgesamt sind. Die Lebensqualität soll möglichst hoch sein.

Je nach Entscheidungen der SpielerInnen entwickeln sich diese Bereiche unterschiedlich. Im Planspiel werden die Folgen von Investitionen und Entscheidungen über die Art des Zusammenlebens simuliert und berechnet. Die SpielerInnen erhalten Rückmeldungen über die verschiedenen Lebensbereiche sowie die Lebensqualität und erhalten den jeweiligen Etat für die Folgerunde auf Basis der Entwicklung der Bevölkerung, Arbeitsplätze etc.

Ereignisse mit Bezügen zu interkulturellem Zusammenleben, Globalisierung, aktueller und zukünftiger Entwicklung (z.B. Flucht, Terror, Umweltfolgen, Migration von Arbeitskräften, internationale Großveranstaltungen) können positive oder negative Folgen für die Indikatoren und die Entwicklung haben. Auch der Umgang mit diesen Ereignissen hat wiederum Konsequenzen.

2. Was sind die Handlungsansätze, was ist die Intention des Spiels?

Wir gestalten handlungsorientierte Lernumgebungen, in denen TeilnehmerInnen möglichst zeitnah Rückmeldungen über das konkrete Verhalten, die getroffenen Entscheidungen und die Zusammenarbeit in Teams erhalten. Diese Rückmeldungen entstehen sachlich durch die jeweilige Situation, in der die TeilnehmerInnen bzw. Spielerinnen handeln. Planspiele simulieren die Wirklichkeit und machen somit konkrete Erfahrungen in komplexen Zusammenhängen möglich.

Auch im Spiel können die (jeweils spielenden) Kinder Entscheidungen treffen und bestimmte Themen priorisieren. Dies erfolgt durch Investitionen in verschiedenen Bereichen und durch Formulierung von Gesetzen, die Regeln des Zusammenlebens festlegen.


Beispielsweise waren für die Entwicklerkinder im konkreten Spiel eine „grüne“ Stadt mit Naturflächen und Umweltschutz (beispielsweise Plastikvermeidung) wichtig, ebenso Bildung. Ein weiteres Ziel war, die Stadt für möglichst viele Personen mit verschiedener Herkunft, Religion, Freizeitorientierung lebenswert zu machen.

"Es geht um eine Stadt, die halt möglichst perfekt sein soll, also dass alle glücklich zusammen sind und alle das kriegen, was sie wollen."

Emma (eines der Entwicklerkinder)

Wir haben den Kindern viel zugetraut – diese Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die Kinder hatten gute und konkrete Vorstellungen, wie sich ein friedliches Zusammenleben regeln lässt, welche Bedürfnissen unterschiedliche BewohnerInnen haben. Sie haben zudem Vorschläge zur Gestaltung des Spiels gemacht, die wir vielfach übernommen und so weit als möglich umgesetzt haben.

Weitere Rückmeldungen kommen von parallel spielenden Gruppen, die die Städte der jeweils anderen besuchen und als Touristen oder mögliche Arbeitskräfte überlegen, inwieweit die jeweilige Stadt lebenswert für Sie wäre.

3. Worin liegt Ihres Erachtens die Chance, den Umgang mit kultureller Vielfalt und Integration spielerisch (in einem Planspiel) anzugehen?

Spielerisch kann einerseits erprobt werden, was im richtigen Leben lang Zeit braucht. Folgen werden sichtbar. Diese Folgen sind an faktischen Zusammenhängen in der Realität orientiert und bilden die Basis für die Rückmeldungen. Alle Kinder, mit denen wir die Prototypen erprobt haben, hatten angesichts der Rückmeldungen oft kritische Nachfragen über Auswirkungen. Die Rückmeldungen und die Nachfragen über Zusammenhänge (z.B. ein sinkender Umweltindikator trotz Investitionen in Parks und öffentlichen Verkehr – Grund war eine intensive Bautätigkeit einschließlich Bau eines Flughafens) bieten eine gute Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und zu vertiefen.

Die SpielleiterInnen werten zudem Entscheidungen über Regeln hinsichtlich ihrer Wirkung auf die verschiedenen Lebensbereiche aus. Die Kinder haben somit vielfache Lerngelegenheiten. Im Spiel und in nachgelagerten Reflexionsphasen können Sie Fragen, Erkenntnisse und Zusammenhänge vertiefen.

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