Timster-Filmcamp

Medienpädagogisches Timster-Projekt

Timster-Filmcamp

Im ersten Timster-Filmcamp produzierten zwölf Kinder in einer Woche eine Mini-Serie. Wie läuft ein Filmcamp ab? Was muss man bei der Planung beachten?

Zwölf Filmcamper werden zur "Spicker-Clique"

Zum ersten Mal organisierte das Medienmagazin Timster in diesen Sommerferien das Timster-Filmcamp in Erfurt. Zwölf Kinder konnten sich in einer Woche als Regisseure, Darsteller, Autoren, Kameraleute oder Cutter ausprobieren und produzierten eine Mini-Serie in den Kulissen von Schloss Einstein. Die Premiere ist geglückt: Die drei Folgen der Mini-Serie der "Spicker-Clique" liefen in der gleichen Woche bei KiKA im Fernsehen.

Hart arbeiten und Freundschaften schließen

"Wir hatten alle dieselben Interessen, wollten alle eine Serie drehen und deswegen haben wir uns glaub ich auf Anhieb so gut verstanden."

Ava

Das Timster-Filmcamp zeigt: In nur einer Woche kann mit viel Motivation aller Beteiligten ein tolles Ergebnis entstehen. Die Teilnehmer lernen, wie man eine Geschichte fürs Fernsehen erzählt und wie ein Dreh abläuft. Jeder trägt die Verantwortung für einen Teil des Films. Dabei wächst die Gruppe zusammen.

Ablauf Timster-Filmcamp

360°-Selbstportrait der Filmcamper | Rechte: KiKA

Nach dem ersten Kennenlernen lernen die Teilnehmer des Filmcamps am Montag alles über Film, Einstellungsgrößen und Perspektiven.

Bei einem Fotoshooting mit der ganzen Gruppe wenden sie die gelernte Theorie an und probieren eine 360°-Kamera aus.

Tim und Leopold bei Schauspielübungen | Rechte: KiKA/Sabine Krätzschmar

In Rollenspielen üben sich die Filmcamper vor der Kamera. So erkennen sie, wer von ihnen vor der Kamera agieren kann und wer gerne schauspielert.

Die anderen Filmcamper probieren die Kameras und Tonangeln aus. Sie filmen die Übungen und lernen, wie sie die Darsteller am besten in Szene setzen können.

Zwei Kinder hinter einer Filmkamera | Rechte: KiKA/Krätzschmar

Die Filmcamper bekommen vor dem Drehstart außerdem eine Einführung in die Technik. Beim Dreh müssen sie auf viele verschiedene Dinge achten.

Helene, die später die Rolle der Regisseurin übernehmen wird, zählt auf: "Ich muss gucken, dass alles richtig eingestellt ist, dass der Ton läuft, die Mikrofone nicht im Bild sind und dass die Schauspieler alles wie im Drehbuch machen."

Kinder melden sich | Rechte: KiKA

Am Dienstag geht es endlich los: Die Teilnehmer entwickeln die Geschichte ihres Films. Bei den Timster-Filmcampern soll es um eine Clique gehen, die in die eigene Schule einbricht, um die Lösungen einer Klassenarbeit zu klauen.

Sie überlegen sich sechs Charaktere mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften.

Kinder schreiben Ideen auf ein großes Blatt Papier | Rechte: KiKA/Sabine Krätzschmar

Aus der groben Geschichte teilen die Filmcamper die Szenen auf und verarbeiten sie zu Bildern. So entsteht das Storyboard, das die Grundlage für den Dreh bietet.

Für drei Minuten Film planen die Filmcamper fünf Szenen á sechs Bilder ein.

Filmcamper am Set | Rechte: KiKA

Am Mittwoch startet der Dreh der drei Folgen: Der erste Drehtag am Set der "Spicker-Clique" kann beginnen.

Es gibt zwei Möglichkeiten für die Reihenfolge beim Drehen: Dreht man chronologisch, können die Teilnehmer dem Handlungsstrang besser folgen. Dreht man nach Drehorten, kann man Zeit sparen, muss aber auf Anschlussfehler achten.

Kamermann Benni und Jakob | Rechte: KiKA

Am zweiten Drehtag sollte parallel der Schnitt des Films beginnen, damit der Film am Freitag fertiggestellt werden kann.

Zum Schnitt gehört auch, die Musik für die Szenen auszuwählen. Achten Sie unbedingt auf die Rechte der ausgewählten Lieder. Im Internet gibt es zahlreiche Seiten mit lizenzfreier Musik.

Premierenfeier der Filmcamper | Rechte: KiKA

Der Film ist fertig! Zum Abschluss schauen sich die Filmcamper ihre Folgen gemeinsam an.

Am Abend steht die groß angekündigte Überraschung auf dem Programm: Die Filmcamper fahren in die Kletterhalle! Beim Bouldern geben sie zum Abschluss der Woche nochmal alles.

Ein Filmcamp durchführen

Hinter dem Timster-Filmcamp steht eine lange Vorbereitungszeit. Die Organisatoren erarbeiten im Vorfeld einen detaillierten Wochenplan, planen die Technikausstattung und wählen die Teilnehmer aus. Während der Filmcamp-Woche unterstützen sie die Kinder und Jugendlichen bei der Planung, dem Dreh und dem Schnitt des Films.

Checkliste: Planung eines Filmcamps
Dauer mindestens fünf Tage
Teilnehmer min. 10-12, max. 15-18 (abhängig von Technik und Geschichte)
Technik 1-2 Kameras, Richtmikrofon mit Tonangel oder Aufnahmegerät, Lampen (wenn die natürlichen Lichtverhältnisse nicht ausreichen), leistungsstarker Laptop mit Schnittprogramm (z. B. iMovie, Adobe Premiere, Final Cut oder Magix)
Theorie Grundlagen des Films, Einstellungsgrößen, Perspektiven
Rollen Regie, Kamera, Ton, Schnitt, Drehtagebuch, Darsteller
Nicht vergessen Improaufwärmspiele, Akkus laden, Essen und Bewegung
Überblick: Eine Woche Filmcamp
Montag Theorie, Rollenspiele und Einführung in die Technik
Dienstag Geschichte ausdenken und Storyboard entwickeln
Mittwoch Drehen
Donnerstag Drehen und Schnitt
Freitag Schnitt und Musikauswahl (Rechte beachten)
Letzter Tag Gemeinsamer Abschluss

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Unterstützung finden

In vielen Bundesländern gibt es Institutionen, die bei Medienprojekten unterstützen. Wenn Sie mit Ihrer Klasse oder einer Freizeitgruppe ein Filmcamp organisieren oder an einem teilnehmen wollen, können Sie sich an eine dieser Institutionen wenden. Sie bieten entweder selbst Projekte an, können bei der Umsetzung einer Idee Untersützung bieten oder Ihnen passende Institutionen im Bundesland empfehlen.