Eine Erläuterung zu „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“

Doku-Reihe "Schau in meine Welt!"

Eine Erläuterung zu „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“

Ausstrahlung: im Rahmen von „Respekt für meine Rechte! – Gemeinsam leben“ (6. bis 26.11.2017)

Es gab Anfang des Jahres 2018 vor allem in den Sozialen Medien eine intensive Diskussion zur Sendung „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“, zum Teil mit deutlicher Kritik. Die Ausstrahlung der Dokumentation liegt bereits einige Zeit zurück, sie wurde im Rahmen des KiKA-Themenschwerpunktes am 26. November 2017 gezeigt. Wir möchten im Folgenden zu der Sendung und der Kritik Stellung beziehen.
Ihre KiKA-Redaktion

Inspiriert vom Jubiläum der Kinderrechtskonvention im Jahr 2014 hat KiKA mit „Respekt für meine Rechte“ eine Formatierung entwickelt, die jährlich ein gesellschaftlich relevantes Thema ins Zentrum rückt und somit auf die Ebene der in Deutschland lebenden Kinder hebt. Ziel ist, Kindern ein Bewusstsein für komplexe Themen zu eröffnen und ihnen Rüstzeug für kritisches, mündiges und eigenverantwortliches Handeln an die Hand zu geben.

Die in enger Kooperation mit den Kinderprogrammredaktionen von der ARD und dem ZDF entwickelten Themen leiten sich direkt vom KiKA-Programmauftrag ab: ein Vollprogramm, das informiert, berät, bildet und unterhält und das demokratische Grundwerte wie Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung vermitteln soll.

Unter der Überschrift „Gemeinsam leben“ ist KiKA der Frage nachgegangen, wo Zusammenleben funktioniert, wo nicht, und wo es aus Sicht der Kinder Probleme, Hoffnungen oder Ängste gibt. Der Einblick in den kulturellen und religiösen Hintergrund von Kindern mit anderer Hautfarbe, Herkunft oder Religion ist dabei wichtig für das gegenseitige Verständnis. Programmmacher bemühen sich, die Erlebnis- und Erfahrungswelt aufzuzeigen.

Zur Doku-Reihe „Schau in meine Welt“ am 26.11.2017, 20:35 Uhr

„Schau in meine Welt“ ist eine Dokumentations-Reihe und erzählt Geschichten konsequent aus der Sicht von Protagonistinnen und Protagonisten. Es geht darum, möglichst authentisch ihre Innensicht zu zeigen und die Welt aus ihrer Sicht zu erzählen. Dieses Genre schließt eine direkte Kommentierung oder Einordnung von außen aus, aber natürlich kann KiKA die Darstellung dieser Geschichte als Innensicht journalistisch vertreten.

Die Funktion dieser Dokumentation im Rahmen des Themenschwerpunktes „Gemeinsam leben“ ist es gerade, im privaten Nahbereich kulturelle Unterschiede und den Umgang mit ihnen darzustellen. Diese kulturellen Unterschiede auch im Frauenbild werden sehr früh in der Dokumentation thematisiert. Konservative Wertevorstellungen werden grundsätzlich als Standpunkte von Diaa gekennzeichnet. Sehr selbstbewusst vertritt Malvina dabei ihre Weltsicht und ihre Standpunkte, etwa wenn sie deutlich macht, dass weder eine Konversion zum Islam noch das Tragen eines Kopftuches für sie in Frage kommen. Wir halten gerade den Umgang mit diesen verschiedenen Vorstellungen zwischen gleichberechtigten Partnern für eine wertvolle Dimension dieser Dokumentation. Hinzu kommt, dass auch in der Diskussion mit ihren Eltern offen diskutiert wird, in welchem Maße Malvina sich an die kulturellen Vorstellungen des Anderen anpassen soll oder nicht.

Das Alter der Protagonisten ist nicht das übliche Alter von „Schau in meine Welt“-Dokumentationen. Für dieses Thema aber hielten wir das Alter für vertretbar. Denn es ging uns darum, dass die Protagonisten kulturelle Unterschiede aus ihrer Sicht reflektieren können, dies setzt eine gewisse Entwicklungsstufe voraus. Als Sonderprogrammierung zum Themenschwerpunkt „Gemeinsam leben“ an einem anderen Sendeplatz, um 20:35 Uhr wendet sich diese „Schau in meine Welt“-Folge auch insbesondere an eine ältere Zielgruppe. Die Dokumentation wurde zeitgleich mit einem Chat begleitet.

Entschuldigen wollen wir uns für einen Fehler in Bildunterschriften: Im Film wird über Malvinas Alter (zum Zeitpunkt des Drehs 16 Jahre) gesprochen, nicht aber über Diaas. Recherche und Drehbeginn für die Dokumentation lagen am Beginn 2017. Diaa war zu der Zeit 19 Jahre alt. Als er und Malvina sich kennen lernten, war er 17 Jahre alt. Dass dieses Alter dann in Bildunterschriften auftauchte, ist irreführend, wir haben das mittlerweile korrigiert.

Der Themenschwerpunkt „Gemeinsam leben“ widmet sich dem Thema Zusammenleben und Integration mit sehr vielen verschiedenen Zugängen und Facetten, als eine Darstellung über den Umgang mit kulturellen Unterschieden halten wir diese Dokumentation für einen wertvollen Beitrag im Gesamtspektrum.

Die hr-Redaktion zu „Malvina, Diaa und die Liebe“

Wie integrieren sich Flüchtlinge im Job? Wie in Beziehung zu anderen Deutschen? Geht das überhaupt? Darüber hört und liest man viel. Selten geht es dabei aber um die Liebe. Die Geschichte von Malvina und Diaa ist eine Liebesgeschichte. Sie sind ein Beispiel dafür, wie unterschiedliche Kulturen aufeinander zugehen. Auch wenn die äußeren Umstände schwierig sind. Beide suchen nach Kompromissen, weil es ohne die nicht geht.

Der Film ist ein reiner O-Ton-Film, verzichtet auf jeden Kommentar. Die Beziehung wird weder idealisiert noch unmöglich dargestellt. Was macht eine solche Beziehung aus? Wo liegen die Schwierigkeiten? Ungeschönt zeigen die Protagonisten selbst die Probleme auf, die es gibt und die so einfach nicht zu lösen sind. Ungewöhnlich offen äußern sich Diaa und Malvina über ihre Pläne, ihre sehr unterschiedlichen Erwartungen, die Schwierigkeiten mit den Eltern, mit den Freunden aber auch über dieses Gefühl, das sie verbindet. Eine Perspektive, die man selten so offen erzählt und deshalb in den Themenschwerpunkt „Gemeinsam leben“ gepasst hat.

Der Autor der Dokumentation, Marco Giacopuzzi, hat im Oktober 2017 den Robert Geisendörfer-Preis für „Schau in meine Welt - Jons Welt“ erhalten. Er hat außerdem mehrere Nominierungen und Preise für unterschiedlichste Sendungen (2012 den Emil für eine „Fortsetzung Folgt"-Doku „Maxis Weg nach Hause").

258 Kommentare

KiKA-Redaktion am 11.01.2018 um 16:23 Uhr

Sehr geehrte User, die Erläuterung zu „Schau in meine Welt – Malvina, Diaa und die Liebe“ wurde sehr stark kommentiert. Neue Aspekte sind nicht hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Ihre KiKA-Redaktion

Bernd am 10.01.2018 um 14:00 Uhr

Ganz offensichtlich haben Sie als KiKA Verantwortliche jeglichen Wertmaßstab verloren. Auch Ihre Stellungnahme lässt das erkennen.

Wolfgang Arlt am 10.01.2018 um 13:53 Uhr

Angeregt von den öffentlichen Diskussionen, habe ich mir den Streifen angesehen. Ich bin von den öffentlich-Rechtlichen ja einiges gewöhnt. Ein solches Maß an Verantwortungslosigkeit der zeichnenden Redakteure ist mir aber noch nicht untergekommen. Daran ändert auch das verklausulierte Statement nichts. Zumal festzustellen bleibt, dass dies die Zielgruppe kaum erreichen dürfte. Obendrein fällt es mir schon schwer, den Sinn zu verstehen, geschweige denn Kindern und Jugendlichen der KIKA-Altersgruppe. Einen solchen Streifen ohne Kommentar auszustrahlen (der ja vergleichsweise zu Lasten der sachlichen Berichterstattung von Moderatoren, wie Slomka und Kleber reichlich abgegeben wird), hat nichts mehr mit Bildungsauftrag zu tun. Es ist schlichtweg pure Propaganda für eine Sache, die eh zum Scheitern verurteilt ist. Die eigene Kultur und das Weltbild hat man sich im Laufe des Lebens angeeignet, geprägt von Familie, Schule und den Bedingungen der Gesellschaft, in der man groß geworden ist. Nur Phantasten glauben, dass dies mittel Deutsch-Kurs und Integrationslehrgang angepasst werden kann. Wer über Nacht von Multi-Kulti träumt, besitzt selbst keine Kultur. Malvina ist nur zu wünschen, dass die Sache gut ausgeht, wie auch immer. Wenn die jugendliche Schwärmerei verflogen ist, und das muslemischen Frauenbild zum tragen kommt, wünsche ich ihr, dass es einen Weg zurückgibt. Wenn das Alter von DIA stimmt, bin ich 35!

S.Krieger am 10.01.2018 um 13:46 Uhr

Nach allem, was bisher bekannt wurde, handelt es sich nicht nur um eine bodenlos-naive "lovestory", in welcher frauenfeindliche Ansichten relativiert werden, sondern um den u.U. strafrechtlich relevanten Tatbestand der Verführung Minderjähriger durch einen erwachsenen Mann über 21 Jahre. Malvina war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 14 Jahre alt. Es wäre ein Fall für den Staatsanwalt und die Ausländerbehörde, wenn sich das angegebene Alter des "Diaa", alias "Mohammed" als falsch herausstellen sollte. Die Verantwortlichen beim Sender sollten besser jetzt schon den Hut nehmen... Wer von Kindheit an von den archaischen Wertvorstellungen des Koran/Islam indoktriniert wurde, ist im Westen nicht integrationsfähig. Wenigstens dies zeigt der Film recht deutlich.

K.Lange am 10.01.2018 um 13:35 Uhr

Liebes Kika-Team, danke für ihre hervorragende Arbeit. In den letzten Jahren konnte meine Tochter hier und da immer unbeaufsichtigt für eine halbe Stunde eins Ihrer Programme sehen. Das wird auch in Zukunft so sein. Das hier kritisierte Programm ist offensichtlich für Teenager produziert. Natürlich ist es eine dumme Sache, dass der junge Mann tatsächlich älter ist als angegeben. Aber auch eine solche Beziehung entspricht der Realität in Deutschland. Ich frage mich ob man sich so aufregen würde wenn es sich um Peter und Sylivia gehandelt hätte, die dazu in der Lage sind Kompromisse für Ihre Beziehung einzugehen. Ich glaube die Antwort kann man mit einem klaren Nein beantworten. Macht weiter so, ihr seid ein toller Sender!

Eußner am 10.01.2018 um 13:28 Uhr

Hallo,es ist mit Sicherheit interessant andere Lebensweisen kennen zu lernen, aber es sollte nicht unkommentiert bleiben, dass es sich hier schon um eine Unterdrückung der Frau handelt zumal die Zielgruppe der Sendung noch jugendlich ist und sich in einer Prägungsphase befindet und dadurch beeinflußbar ist. Soetwas passt nicht zu einem öffentlichen Sender. Mit freundlichen Grüßen Birgit Eußner

lisa am 10.01.2018 um 13:13 Uhr

"Ziel ist, Kindern ein Bewusstsein für komplexe Themen zu eröffnen und ihnen Rüstzeug für kritisches, mündiges und eigenverantwortliches Handeln an die Hand zu geben." KIKA, in diesem Fall habt ihr echt Mist gebaut. Aber auch in anderen Fällen solltet ihr durchaus mal kritisch berichten. Über Schattenseiten Bescheid zu wissen, gehört nämlich auch zum "Rüstzeug für kritisches, mündiges und eigenverantwortliches Handeln"

Andre am 10.01.2018 um 13:11 Uhr

Was Sie meinen heranwachsenden Töchtern damit vermitteln wollen, ist mir absolut schleierhaft. Dieses auch noch unkommentiert zu senden, halte ich für grob fahrlässig!

Andreas Kothe am 10.01.2018 um 12:58 Uhr

Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Die unkommentierte Darstellung ist jedoch nach meiner Auffassung trotzdem und nach wie vor gerade kritisch anzusehen. Der Film wirkt im Tenor der Verliebtheit, unterstützt durch ständig romantische, säuselnde Musik verklärend. Wie würde im Gegensatz bei den Passagen der Verbote einer Umarmung, eines Besitzanspruches seiner Frau durch den syrischen Mann etc. denn eine spannungsvolle, dissonante Musik wirken? Sie sprechen die Mündigkeit der Teenager an. Doch diese wollen sich verlieben. Liebe ist schön. Also duldet das Mädchen zu viel Richtungsweisung. Besten Gruss, Andreas Kothe

Michel Gutzeit am 10.01.2018 um 12:55 Uhr

Das Recht auf Selbstbestimmung der Frau und das Recht auf Gleichberechtigung der Frau ist alternativlos und nicht verhandelbar. Das muss als Ergebnis einer solchen Sendung klar deutlich werden! Ich bin tief erschrocken über diese unreflektierten Inhalte, die auf einem Kinderkanal nichts zu suchen haben. Lebenseinstellungen und daraus folgende Handlungen, die Grundrechte von anderen verletzen, werden nicht dadurch richtig, dass sie durch eine Relegion je nach Auslegung gedeckt sind. Das gilt für den Islam genauso wie beispielsweise für Scientology. Toleranz gegenüber religiösen Lebenseinstellungen, die zum Ziel haben, die Grundrechte von Frauen zu verletzen und einzuschränken, ist daher völlig unangebracht. "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Meine Kinder haben ab jetzt auch Kika-Verbot.

Annette Lerch am 10.01.2018 um 12:54 Uhr

Ich bin Mutter eines 11 jährigem Sohnes und ich bin entsetzt über die kruden Äußerungen des Mannes! Was haben wir in unser Land gelassen??? Wir sind Katholiken und stellen fest, dass dieser Mann seine Religion über alles stellt. Malvina soll konvertieren und ein Kopftuch tragen, er stellt sich und seine Religion über die hiesigen Werte. Ich bin entsetzt, dass dieser Beitrag unkommentiert ausgestrahlt wurde. Ich hege den Verdacht der Indokrinierung unserer Jugend durch diesen Beitrag. Was wollen Sie damit uns sagen? Ich sehe nur einen Mann, der wesentlich älter sein muss, als damals 17 Jahre alt.ich sehe einen mindestens 23 jährigen Moslem, der auf unsere Werte keinerlei Wert legt. Von diesen Männern haben wir Hunderttausende ins Land gelassen. Sieht so Integration aus????

Neils Morgan am 10.01.2018 um 12:47 Uhr

Hi, ich finde man muss über das Frauenbild von ihm sprechen. Seine Haltung gegenüber Frauen erschöpft sich ja nich mit Kleiderverboten. Was ist, wenn sie sich trennen will von ihm? Was passiert dann in seinem Kopf? In Kandel ist ein junges Mädchen umgebracht worden. Sie hatte sich von ihrem Freund, einem Afghanen getrennt. Er hatte ein altmodisches Weltbild wie der junge Syrer. Wenn wir weiter sinnlos aus falsch verstandener Toleranz das Thema nicht intensiv besprechen, werden weiteren Mädchen gefährdet, WIR MÜSSEN DARÜBER ! REDEN, was für ein Frauenbild diese Leute haben und warum sie nicht unsere Art des Lebens respektieren und den Mädchen ihre Freiheit lassen, wie es hier üblich ist. !!! Grüße Neils

S. Jacobi am 10.01.2018 um 12:44 Uhr

Was nützt dieses Statement denn? Das lesen die wenigsten Kinder, die diesen Mist gesehen haben! Wie kann man einen solchen Beitrag wertungsfrei stehen lassen? Was sich in den Köpfen der Kinder manifestiert hat, nämlich das es ganz normal ist was der Syrer fordert, wird durch ihr Statement in keinster Weise relativiert! Sie sollten sich schämen, dieser Beitrag wurde durch Zwangsabgaben finanziert...Noch ein kleiner Tip, nach dem Bock den sie geschossen haben, sollten sie Leute ans Zuschauertelefon setzen, die fähig sind, ein paar Worte zu dieser Angelegenheit zu sprechen außer auf dieses Stellungnahme hinzuweisen! In dem Moment wo keiner in der Lage ist dies zu tun, kommen sie ein 2. Mal ihrer Pflicht nicht nach!

Tim am 10.01.2018 um 12:43 Uhr

Liebes Kika Team. Ich bin enttäuscht über solche Dokumentationen. Sollen die kulturellen Probleme verherrlicht werden ? Soll das Normalität werden ? Mir tun alle Mädels leid die in solche Sutationen kommen und durch die rosarote Brille nicht die mögliche Gefahr erkennen in die sie sich begeben.

PaulVosss am 10.01.2018 um 12:38 Uhr

Halllo kika Redaktion,sie schreiben,"die kulturellen Unterschiede auch im "Frauenbild" weren sehr früh thematisiert.." nun ja,wir leben in einem aufgeklärten Rechtsstaat... wo Männer und Frauen gleichgestellt sind..anscheinend wird dieses gleichgestelle Frauenbild ja wieder in Frage gestellt im kika vor jungen Menschen ,auch jungen mädchen..Rolle 100 Jahre rückwärts ..im Namen einer mittelaterlichen Religion..einfach nur traurig..gruss Paul Voss

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