Inspiration und Ideen

Fantasie- und Rollenspiele für Kinder

Hundefamilie, Kaufmannsladen, Seeräuber, Hexe – beim Rollenspiel sind der Fantasie von Kindern keine Grenzen gesetzt. Doch warum ist diese Spielform so wichtig für die Entwicklung von Kindern? Und wie können die Medienangebote von KiKA dabei unterstützen? Hier finden Sie Antworten auf diese Fragen und außerdem jede Menge Programm-, Spiel- und Basteltipps zum Thema Fantasie- und Rollenspiele.

Teaser Fantasie- und Rollenspiele

Wer würde nicht hin und wieder gern jemand anderes sein?
Ob Meerjungfrau, Schatzsucher, Raubkatze oder Märchenfee – Kindern fällt es leicht, jemand anderen zu spielen. Anders als Erwachsene brauchen sie dafür nicht einmal ein Kostüm. Sie können stundenlang in der Kinderküche kochen, als Hund über den Fußboden rutschen oder die Wohnung in eine Räuberhöhle verwandeln. Ihre Freude am Ausprobieren und Entdecken ist das Geheimnis ihrer oft rasanten und beeindruckenden Entwicklung.

Eltern fragen sich oft: "Woher nimmt mein Kind diese Spielidee?" Tatsächlich kann das Fantasie- und Rollenspiel Ihres Kindes Ihnen viel über die aktuelle Phase, die es durchlebt, verraten.

Mädchen als Ärztin verkleidet mit einem Teddybär als Patient
Mädchen als Ärztin

Schon gewusst?

Rollenspiele beginnen meist mit zwei bis drei Jahren. Mit zunehmendem Alter verändern sich die Themen und passen sich dem Entwicklungsstand des Kindes an.

Mit unseren KiKA-Angeboten können Sie nicht nur viel über kindliches Rollenspiel lernen, Sie bekommen auch jede Menge Tipps und Inspiration für Spiele, Lieder, Basteleien und Programminhalte, die das Fantasie- und Rollenspiel Ihres Kindes fördern.

Unsere Angebote zum Thema Fantasie-und Rollenspiel geben Kindern positive und diverse Rollenbilder, Helden und Heldinnen, die sie imitieren und von denen sie lernen können.

Basteln Sie mit Ihrem Kind Monstermasken, Fingerpuppen und Stocktiere! Spielen Sie gemeinsam das ENE MENE BU Spiel "Wer lacht zuerst?" oder das Online-Verkleidespiel aus der Sesamstraße oder lassen Sie sich mit Christian von Kikaninchen in ein Tier verwandeln.

10 Gründe, warum Fantasie- und Rollenspiele wichtig für Kinder sind nach oben

Kinder mit gebastelten Maskierungen spielen in der KiTa

Wenn das Kind sich auch im Supermarkt noch als Säbelzahntiger oder Aschenputtel ausgibt, geraten Eltern oft in Erklärungsnot. Wenn Sie statt mit Ihrem Kind plötzlich mit einem Hund oder einem Tyrannosaurus Rex zusammenwohnen, kann das anstrengend werden.

Doch genau dieses unbeschwerte und intensive Fantasie- und Rollenspiel ist ungemein wichtig für die kindliche Entwicklung.

Wir verraten Ihnen 10 Gründe, warum Fantasie- und Rollenspiele wichtig für Ihr Kind sind.

Im Rollenspiel erschaffen Kinder fiktive Welten, erfinden Geschichten und planen Handlungsabläufe. Dabei wird ihre Fantasie angeregt und ihre Kreativität gefördert. Wer sich bereits als Kinder immer neue Spielvarianten ausdenkt und Ideen testet, ist später eher in der Lage, das eigene Leben erfolgreich zu gestalten.

Im Rollenspiel spielt das KInd oft Alltagssituationen nach und setzt sich dabei mit verschiedenen Aufgaben und Berufen auseinander. Mal ist es Vater oder Mutter, mal Busfahrer, Kinderärztin, Gemüsehändler oder Polizistin. So lernt das Kind die Erwachsenenwelt zu verstehen und wächst spielerisch und auf fantasievolle Weise in die Gesellschaft hinein.

Im Rollenspiel lernt das Kind, sich in andere hineinzuversetzen. Es übernimmt die Position der Rollenfigur und entwickelt dabei Verständnis für andere Sichtweisen. Im Perspektivwechsel kann das Kind die Gefühle anderer nachempfinden und Einfühlungsvermögen entwickeln. Die Toleranz gegenüber den Rollen wächst und im gemeinsamen Spiel mit Freunden und Geschwistern lernen Kinder so außerdem viel voneinander.

Im Rollenspiel verarbeitet das Kind intensive Erlebnisse. Das können besonders schöne, aufregende, aber auch traurige oder beängstigende Dinge sein. Indem das Kind im Rollenspiel darstellt, was es erlebt hat, kann es Abstand zu seinen Emotionen gewinnen.

  • Rollenspiele sind hervorragend geeignet, den Umgang mit beängstigenden Situationen einzuüben und verschiedene Lösungsmöglichkeiten bei Problemen folgenlos auszuprobieren.
  • Wenn Ihr Kind z. B. Angst vor Hunden hat, können Sie das mit ihm zusammen nachstellen. Ein Arztbesuch wirkt nicht mehr ganz so beängstigend, wenn das Kind danach selbst den Teddy verarzten oder impfen kann. Ermutigen Sie Ihr Kind, sofern es das möchte, die Rolle des Angstmachers (z. B. Bösewicht, Gespenst) zu spielen. Damit kann es sich die bedrohlichen Anteile solcher Gestalten zu Eigen machen und auflösen.
  • Durch den Rollenwechsel schafft sich das Kind eine Gegenwelt, in der es autonom ist.
  • Wenn es zum Beispiel in die Rolle einer Ärztin, eines Forschers oder eines Superhelden schlüpft, identifiziert es sich auch mit deren Eigenschaften und Fähigkeiten. Dadurch gewinnt das Kind Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.

    So manches Kind fühlt sich entlastet, wenn es beispielsweise in seiner Rolle „verbotene“ Schimpfwörter sagen und mal richtig frech sein darf. Das hilft auch stillen Kindern, angestauten Ärger und Wut rauszulassen. Nimmt Ihr Kind eine andere Rolle an, kann es dadurch womöglich besser über Konflikte oder Bedürfnisse sprechen, die es im Alltag beschäftigen.

    Im Rollenspiel entwickelt das Kind Sozialverhalten. Es lernt, seine Vorstellungen einzubringen, mit anderen zu kooperieren und Kompromisse zu schließen. Ein Kind, dem es sonst vielleicht schwerfällt, anderen zuzuhören, zu teilen oder still zu sein, übt diese Dinge leichter, wenn sie zu seiner Rolle gehören. Schon beim „Mutter-Vater-Kind-Spiel“ müssen sich die Kleinen gut abstimmen. Die Kinder lernen, einander zuzuhören. Im Rollenspiel lernt und übt ein Kind, Regeln einzuhalten. Wenn Kinder in eine Rolle schlüpfen, erlernen sie wichtige Eigenschaften, die mit dieser Rolle einhergehen. Dazu können soziale Fähigkeiten gehören wie zum Beispiel Geduld, Frustrationstoleranz, Rücksichtnahme, Ausdauer, Schweigen oder sich selbstbewusst zu präsentieren.

    Im Rollenspiel verbessert das Kind seine Ausdrucksfähigkeit und lernt, sich mit anderen zu verständigen. Dazu gehört auch, dass die Kinder sich für das gemeinsame Spiel absprechen müssen, um sich über die Rollenverteilung und den Spielverlauf zu einigen. Die Absprache untereinander fördert die sprachlichen Fähigkeiten, da sie dadurch neue Wörter verwenden und lernen, ihre Meinung und Interessen auszudrücken.

    Natürlich wird bei jedem Rollenspiel auch Motorik und Körpersprache geschult, weil die Kinder mit dem ganzen Körper spielen und sich ganzheitlich ins Geschehen einbringen.

    ENE MENE BU - Rollenspiele für Vorschulkinder nach oben

    ENE MENE BU | Rechte: KiKA

    Bei ENE MENE BU stehen Vorschüler*innen mit ihren kreativen Ideen und Erfahrungen im Fokus. Die Kinder zeigen, was sie beschäftigt und stehen im Zentrum der Handlung. Ein wichtiger Aspekt dabei sind Fantasie- und Rollenspiele.

    Familie, Dirigent oder Vogelschau - die Rollenspiele sind oft mit Basteleien und lustigen Ideen verbunden. Die Kinder nehmen uns mit in ihre Welt und zeigen sie uns durch ihre Augen. Wir haben mit der Vorschulredaktuerin Diana Jung gesprochen und gefragt, wie wichtig Rollenspiele für Kinder sind und wie KiKA Kinder beim Rollenspiel unterstützen kann.

    Mit KiKA die Fantasie der Kinder stärken nach oben

    Zwei Mädchen als Bäckerinnen, die sich mit Mehl bewerfen
    Fernsehhelden*innen liefern oft die Vorlage und Inspiration für Rollenspiele: Zaubern können wie Bibi Blocksberg, Feuer löschen wie Feuerwehrmann Sam oder mithilfe eines Kleiderschranks um die Welt reisen wie Zoe - im Rollenspiel ist das möglich.  | Rechte: KiKA
    Feuerwehrmann Sam Fernsehhelden*innen liefern oft die Vorlage und Inspiration für Rollenspiele: Zaubern können wie Bibi Blocksberg, Feuer löschen wie Feuerwehrmann Sam oder mithilfe eines Kleiderschranks um die Welt reisen wie Zoe - im Rollenspiel ist das möglich.

    Fernsehheld*innen liefern oft die Vorlage und Inspiration für Rollenspiele:


    Zaubern können wie Bibi Blocksberg, Feuer löschen wie Feuerwehrmann Sam oder mithilfe eines Kleiderschranks um die Welt reisen wie Zoe - im Rollenspiel ist das möglich.

    Wenn Kinder mit 2-3 Jahren beginnen, bewusst in fremde Rollen und Situationen zu schlüpfen, hat sich ihre Persönlichkeit soweit ausgebildet, dass sie sich als eigene Individuen begreifen und von anderen abgrenzen können.

    Da die Umwelteindrücke und Bezugspersonen von Kindergarten- und Grundschulkinder begrenzt sind, dienen als Vorbilder neben Familienmitgliedern oft Figuren aus den Medien, z. B. Fernseh- oder Buchheld*innen.

    Für KiKA ist es daher besonders wichtig, Kindern eine diverse und vielfältige Figurwelt anzubieten. Charaktere mit Stärken und Schwächen, die als Vorbilder dienen und sie während ihrer Kindheit begleiten.

    So gibt es z.B. viele starke und mutige Mädchen im KiKA-Programm.
    Auch Prinzessinnen gehören dazu. In dem KiKANiNCHEN-Song "Prinzessin dann und wann" singt Anni darüber wie toll es sein kann, eine schöne Prinzessin zu spielen. Genauso toll ist es dann aber auch wieder wild zu toben und verrückt zu sein.

    Ernie (r.) hat etwas Wichtiges vergessen: Bert | Rechte: NDR
    Folge 2875 Ernie (r.) hat etwas Wichtiges vergessen: Bert

    Aus einer Rekontaktstudie in der Forschungsdokumentation des BR geht hervor, dass Jugendliche, die in der Kindheit regelmäßig "Sesamstraße" rezipiert haben, auf dem kreativen und künstlerischen Sektor im Vergleich zu ihren Altersgenossen aktiver sind.

    Quelle: Cole, Charlotte (2002). Stell Dir vor! Die Bedeutung der Fantasie in den internationalen Koproduktionen von »Sesamstraße«. TelevIZIon.

    "Ich bin Mogli!", "Ich spiele Fledermaus", "Ich wohne jetzt im Mumintal"

    Wenn Erwachsene bemerken, dass ihre Kinder sich mit kreativen Spielen, Fantasien und Assoziationen auf Inhalte des Fernsehens beziehen, tun sie dies zumeist als unkreative "Nachahmung" ab.
    Doch medienbezogene Fantasieäußerungen und das Nachspinnen von Geschichten gelten wissenschaftlich als Kreativleistung. Immerhin müssen die Kinder die gesehen Geschichten nun auf sich anwenden und können die Welt ausbauen und weiterentwickeln.

    Molang und Piu Piu versuchen den Fernseher anzuschließen. | Rechte: hr/Millimages
    Molang und Piu Piu versuchen den Fernseher anzuschließen.

    MACHT FERNSEHEN UNKREATIV?
    Vertreter*innen der sogenannten Stimulationshypothese fanden heraus, dass Programminhalte, insbesondere die Formate, die auf die Stimulation kreativer Prozesse hin konzipiert wurden, die schöpferischen und produktiven Fähigkeiten von Kindern eher bereichern als verringern.

    Kinder imaginieren sich in die Rolle ihrer Lieblingsheld*innen, bearbeiten unterschiedlichste Alltagsprobleme mithilfe ihrer Fernseherlebnisse und benutzen die Sprache, aber auch andere Fernsehsymbole, um Kommunikation und Gemeinschaft mit anderen Kindern herzustellen.

    Quelle: Anderson, Daniel R., Huston, Aletha C., Schmitt, Kelly L., Linebarger, Deborah L. & Wright, John C. (2001). Early childhood television viewing and adolescent behavior: The recontact study. Boston: Blackwiell

    Spiele, Ideen und Basteltipps nach oben

    Rechte: KiKA

    Um den spielerischen Lernprozess von Kindern durch Fantasie- und Rollenspiele zu unterstützen, bietet der KiKA Vorschulinhalte an, die dies zum Thema haben. Die Vielfalt an Ideen, Figuren und Themen können sich die Kinder aktiv aneignen und in Tagträumen, beim Fantasie- und Rollenspiel oder bei anderen kreaitv-schöpferischen Fähigkeiten ausleben.

    Das KiKANiNCHEN Mitmach-Rollenspiel

    Zusammen mit der Hexe Schnappelschnut verwandelt Kikanichen Christian in die lustigsten Tiere. Dabei werden Kinder dazu aufgefordert, die Tiere ebenso zu imitieren wie Christian.
    Verwandelt dich mit Christian in ein Tier!

    Stand: 04.02.2021, 14:49 Uhr

    Karneval im Baumhaus