Zeit für Geschichten

Vorlesen und Geschichten erzählen

Für Kinder sind Märchen, Geschichten und Gedichte etwas ganz besonderes. Um die gemeinsame Lesezeit mit euren Kindern noch schöner zu machen, haben wir für euch 10 Lesetipps zusammengestellt. Außerdem findet ihr hier Märchen, Geschichten und Gedichte aus dem KiKA-Programm.

Mit Kindern lesen

Eine Frau liest einer gruppe Kindern aus einem Buch vor | Rechte: mdr
Mehrere Affen schauen in ein Buch. | Rechte: KiKA/2018 Igloo Productions Ltd.
Gif Affen lesen Affen schauen in ein Buch.

Eine Vorlesestudie der Stifung Lesen zeigt:

Rund ein Drittel aller Eltern lesen selten oder nie vor und haben eine sehr klassische Vorstellung vom Lesen, bei der das Kind still zuhören soll.

Vorlesen ist mehr!
Gemeinsames Betrachten und Entdecken von Bildern, kleine Rätsel lösen und neugierig durch die Seiten blättern. Mit den Wörtern spielen, reimen, singen und lustige Stimmen imitieren - all das gehört zum Vorlesen.

Vorlesen schafft Vertrauen und Geborgenheit
Beim gemeinsamen Lesen genießen Kinder die Zuwendung und Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Eine Vorlesepause entschleunigt den wilden Alltag und gibt auch Erwachsenen die Möglichkeit, zu entspannen.

Vorlesen als Ritual
Besonders Märchen bieten mit ihrer Struktur ("Es war einmal") einen Wiedererkennungswert, der Kindern Sicherheit und Raum für Fantasie schenkt. Daher sind Märchen auch im KiKA-Programm fest verankert, z.B. durch das Sonntagsmärchen.

Junge sitzt auf Bücherstapel | Rechte: KiKA von Panthermedia
Junge sitzt auf dem Bücherstapel

Es muss nicht immer der dickste Schmöker im Regal mit dem höchsten Bildungsanspruch sein. Lesen soll Spaß machen.

Schon 15 Minuten Lesepause am Tag machen einen Unterschied
Die Fragen, die während des Vorlesens auftauchen, bringen Erwachsene mit Kindern ins Gespräch. Sie zeigen, was die Kinder gerade beschäftigt und worauf ihr Fokus liegt. Durch Bücher können Kinder ihre Alltagserlebnisse besser einordnen und reflektieren.

Auch Nacherzählen und Weiterspinnen von Geschichten fördert die Fantasie und Kreativität von Kindern und gibt ihnen die Möglichkeit, Ängste, Sorgen oder andere Erfahrungen in der geschützten Atmosphäre des Geschichtenerzählens zu verarbeiten.

Kinder stellen ihr gebasteltes Märchenbuch vor. | Rechte: KiKA
Kinder stellen ihr gebasteltes Märchenbuch vor.

"Kinder, denen regelmäßig vorgelesen worden ist, lernen selbst leichter das Lesen, sie lesen später intensiver und lieber als Kinder ohne diese Erfahrung",

sagt Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen im Interview mit SPIEGEL online.

10 Tipps zum Vorlesen nach oben

Singa sitzt im Baumhaus mit einem Buch in der Hand | Rechte: KiKA

Ob im Lieblingssessel oder in der Kuschelhöhle des Kinderzimmers – Hauptsache ihr und eure Kinder fühlt euch wohl und könnt beim Vorlesen so richtig gut entspannen. Auch ihr als Eltern könnt die Zeit mit euren Kleinen gut gebrauchen, um zu entschleunigen und für eine Weile die To-Do-List zu vergessen. Zündet Kerzen oder eine Lichterkette an, legt leise Musik auf. Alles, was es kuschelig und heimelig macht, tut der Vorlesezeit gut und bringt Ruhe in den Alltag.

Beim Vorlesen geht es für Kinder auch um Nähe und Geborgenheit. Kinder werden beim Vorlesen gerne in den Arm genommen oder kuscheln mit ihren Geschwistern, während sie den spannenden Geschichten lauschen. Gerade in Zeit von Abstand und sozialer Distanz ist die Nähe in der Familie besonders wichtig für Kinder. Kuschelt euch ein, holt noch ein paar Plüschtiere heran und genießt das liebevolle Miteinander.

Auch wenn es manchmal anstrengend erscheint, zum vierten Mal dieselbe Seite vorzulesen oder gleich mehrere Seiten überspringen zu müssen - lasst eure Kinder das Tempo des Lesens bestimmen. Kinder sind kreativ, denken "outside the box" und bestehen nicht auf Regeln. Zu viel Struktur beim Vorlesen nimmt ihnen den Spaß an der Vorlesezeit. Lasst euch auf das Lesetempo eurer Kinder ein und ihr werdet überrascht sein, wie lustig das werden kann.

Wie vorgelesen wird, ist mindestens genauso wichtig, wie was vorgelesen wird. Kinder lieben es, wenn Erwachsene sich beim Vorlesen richtig ins Zeug legen. Da werden Geräusche nachgemacht und die lustigsten Vorlese-Stimmen imitiert. Variiert die Lautstärke beim Vorlesen und baut Spannung auf. Je spannender und lustiger ihr das Vorlesen gestaltet, desto mehr werden eure Kinder die Geschichte lieben. Und ihr mit Sicherheit auch.  

Euer Kind kann schon alleine lesen und soll ab sofort selbst seine Lieblingsbücher lesen? Selberlesen ist gut, aber auch Kindern, die selbst schon lesen können, darf ruhig noch vorgelesen werden. Behaltet dieses Familienritual so lange bei, wie eure Kinder es sich wünschen. Schafft euch gemeinsame Momente als Familie.

Eure Kinder interessieren sich nur für Hexen, den Weltraum oder Baggerfahrer*innen? Sie wollen immer wieder dasselbe Buch lesen? Berücksichtigt die Interessen eurer Kinder und lest ihnen das vor, was sie sich wünschen. Es muss nicht immer pädagogisch besonders wertvoll sein, solange überhaupt gelesen wird. Natürlich könnt ihr eurem Kind ein Buch aber auch schmackhaft machen. „Oh, die Geschichte würde ich gerne hören“ und „Das ist toll, das kenne ich sogar“ - solche Sätze machen kleine Leseratten mit Sicherheit neugierig.

Das Zuhörverhalten jedes Kindes ist unterschiedlich. Die einen lauschen still und gebannt, die anderen sind vielleicht sehr ungeduldig und stellen permanent Fragen. Achtet auf das Verhalten eurer Kinder und integriert sie in den Vorleseprozess. Besonders neugierige Kinder dürfen vielleicht auch mal raten, was auf der nächsten Seite passiert. Bei ruhigen Kindern könnt ihr eine Zwischenfrage stellen, um sicher zu sein, dass die Aufmerksamkeit noch da ist.

Lasst das Vorlesen zu einem regelmäßigen kleinen Familienritual werden. Egal ob vor dem Einschlafen, nach dem Kindergarten oder nach dem Abendessen. Integriert es in den Alltag und schafft dadurch feste Ruhephasen für eure Kinder und euch selbst.

Tipp: Wer sich auf ein Buch vor dem Einschlafen freut, macht sich auch schneller bettfertig.

Gebt euren Kindern während des Lesens, aber auch danach genügend Zeit um Fragen zu stellen. Sprecht über das Gelesene, erklärt ihnen einzelne Wörter, die euer Kind womöglich noch nicht kennt. Erzählt selbst, was euch an der Geschichte bewegt hat. Ein Austausch hilft euren Kindern, das Gelesene zu verarbeiten.

Wenn ihr einmal ein Buch lest, nutzt die Figuren und die Geschichte gerne im Alltag. Bezieht die Geschichte auf Alltagssituationen, die ihr mit euren Kindern erlebt und gebt euren Kindern die Möglichkeit zur Wiedererkennung. Ein Buch, zu dem es eine Serie oder einen Film gibt, regt die Aufmerksamkeit eurer Kinder zusätzlich an, schafft Verknüpfungspunkte und schafft einen stärkeren Bezug zum Gelesenen.

Auf dem Geschichten-Kissen mit Kikaninchen nach oben

Anni schleicht ums Kissen | Rechte: KiKA
Anni schleicht ums Kissen

Warum das Kissen?

Das KiKANiNCHEN-Team wollte einen Ort, der Kinder beruhigt und ihnen die Möglichkeit bietet, in die Geschichte einzutauchen und entspannt zuzuhören. So wurde die Idee des Geschichtenkissens geboren!

"Erzählst du mir eine Geschichte?"
Auf dem großen, bunten Erzähl-Kissen kommt Kikaninchen gern zur Ruhe und hört sich Geschichten von Christian oder Anni an. Diese handeln von Kindern, älteren Menschen und Tieren.

Durch die schnipselig schönen Illustrationen und das Mitraten von Kikaninchen werden die Geschichten lebendig und Werte wie Mitgefühl, Geduld und Toleranz lassen sich vermitteln.

Märchenstunde in der Sesamstraße nach oben

Ein Märchen vorzulesen oder es anzuschauen, ist eine gute Gelegenheiten für gemeinsame Momente der Ruhe, Geborgenheit und Nähe.

Noch lustiger wird es, wenn die Märchen plötzlich anders verlaufen als erwartet. Schneewittchen trifft Dornröschen. Der Wolf wird von Rotkäppchen gefressen? Das Unerwartete und Verrückte regt Kinder zum kreativen Spielen und Erzählen an. Außerdem zeigt es, dass nicht immer alles linear und nach strikten Regeln ablaufen muss.

Lasst euch von Ernie und Bert aus der Sesamstraße zu neuen Märchen inspirieren!

Ernie und Bert im Märchenfieber

Gedichte für Kinder nach oben

Gedichte sorgen dafür, dass Kinder Spaß an Worten finden und Lust auf das Lesenlernen bekommen. Schon Kleinkinder lieben Gedichte aufgrund der besonderen Betonung, des Rhytmus' und des Klangs, selbst wenn sie die Bedeutung der Wörter noch nicht verstehen.

Abzählreime, selbsterfundene Lieder, Reime und Wortspiele - all das sind ideale Möglichkeiten für Kinder, erste Erfahrungen mit Sprache und Literatur zu machen.

Im KiKA-Programm werden Gedichte besonders spielerisch und mit vielen lustigen Elementen vorgetragen, um die Freude daran für Kinder noch zu verstärken.

Stand: 19.01.2022, 09:12 Uhr