Privatsphäre wahren

Medienerziehung

Privatsphäre wahren

Nachfolgende Anregungen zeigen Ihnen, wie Sie als Eltern ihr Kind im Netz besser schützen können. Das Wichtigste ist, ihr Kind über Verbote aufzuklären und feste Regeln zu verabreden. Stehen Sie Ihrem Kind bei der Entdeckungsreise im Internet begleitend zur Seite!

1. Persönliche Daten schützen nach oben

Bevor Ihr Kind im Internet unterwegs ist oder über das Handy selbstständig kommuniziert, sollten Sie mit ihm darüber sprechen, welche Dinge besser geheim bleiben sollten und was „zu schützende, personenbezogene Daten“ sind. Erklären Sie ihm, dass dies genauso sei, als würde man den Haustürschlüssel hergeben und jeder könne rein!

Unsere Tipps:

mein!KiKA ist eine moderierte Community für Einsteiger. Jungen und Mädchen bis 15 Jahre finden hier einen geschützten Raum, können sich im Netz austauschen, ein eigenes Profil gestalten und ihre KiKA-Stars kennenlernen.

  • Name, Alter, Wohnort, Schule und Vereine sollte Ihr Kind nicht preisgeben, ohne sich vorher mit Ihnen abzusprechen
  • in Chats, Foren oder Communities Fantasienamen verwenden
  • nur in moderierte Chats oder Foren gehen
  • legen Sie zwei verschiedene E-Mail-Adressen für Ihr Kind an, eins für Freunde und Bekannte und eine separate für alle Internetanmeldungen. Dabei sollte die E-Mail-Adresse nicht den Namen des Kindes enthalten.
  • Sprechen Sie über die Freunde, die Ihr Kind im Netz hat.

Überlegen Sie mit Ihrem Kind, welche Daten Sie als Familie für immer im Netz präsentieren wollen und versetzen Sie sich gemeinsam in spätere Situationen. Verabreden Sie mit Ihrem Kind, dass personenbezogene Daten nur in Ihrem Beisein und mit Ihrem Einverständnis weitergegeben werden dürfen.

Lassen Sie Ihre Kinder nur in Chats oder Foren gehen, die moderiert sind. Nur dort gibt es Hinweise, Ermahnungen und Regulierung von der Redaktion des Anbieters oder Themenangebote, die eine gezielte Kommunikation lenken.

Plant Ihr Kind ein erstes reales Treffen mit Freunden aus dem Netz, begleiten Sie das Treffen oder treten Sie in Kontakt mit den Eltern des Freundes. Freundschaften im Netz können vorgetäuscht werden.

2. Fotos mit Bedacht auswählen nach oben

Denken Sie daran, dass Namen, Fotos und Filme kopiert werden können und irgendwann ein Eigenleben entwickeln, welches Sie selbst nicht mehr in der Hand haben. Stephan Schwarze, der Datenschutzbeauftragte des MDR, gibt dazu in einem Interview vertiefende Informationen.

Unsere Tipps:

Das Recht am eigenen Bild ist eine Facette des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, verordnet im Kunsturheberrechtsgesetz (§22 KUG) Es gibt einige Ausnahmen: mehr dazu auch auf www.klicksafe.de

  • Es sollten keine Fotos der Kinder ins Netz gestellt werden, auf denen sie eindeutig zu erkennen sind.
  • Verabreden Sie mit Ihrem Kind, dass es Sie fragt, bevor es Fotos Anderer ins Netz stellt. Erlaubt ist das Einstellen nur mit Einwilligung der darauf abgebildeten Person.

Private Fotos, die ins Netz gestellt werden, sind genau zu prüfen: Wer ist alles zu sehen? Was genau ist zu sehen? Ist etwas im Hintergrund zu erkennen, dass Rückschlüsse zulässt? Kann die Veröffentlichung jemandem schaden?

Achten Sie darauf, dass keine Fotos in leicht bekleideter Garderobe, wie Bikini oder Badeanzug ins Internet gelangen. (Schwarz-Weiß-Fotos sind für Foto-Diebe uninteressant, auch niedrig aufgelöste Fotos machen es den Dieben schwerer, diese heimlich zu bearbeiten, zu verfälschen oder Fremdfirmen zur Verfügung zu stellen.)

Peinliche Fotos oder Darstellungen von Anderen sollten nicht veröffentlicht werden. Eine Verurteilung wegen „Verleumdung“ oder wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs“ kann die Folge sein.

3. Auf Einstellungen und AGBs achten nach oben

Bevor Ihr Kind sich in Netzwerken oder auf Plattformen anmeldet, werfen Sie mit ihm gemeinsam einen Blick auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) und etwaige Profileinstellungen.

Unsere Tipps:

Beispiele: Im Messenger an Freunde verschickte Nachrichten kann der Anbieter lesen, speichern und darf sie sogar veröffentlichen; kostenlose E-Mail-Anbieter lesen Inhalte aus E-Mails automatisch aus und suchen nach Schlüsselwörtern, um dem Nutzer die dazu passende Werbung zu senden.)

  • Wenn Ihr Kind schon in sozialen Netzwerken unterwegs ist, wählen Sie die Einstellungen so aus, dass nur „Freunde“ die Informationen sehen können.
  • Lesen Sie sich vor einer Anmeldung unbedingt die AGBs durch. Ungewollt gibt man hier oft sämtliche Rechte auf gesendete Inhalte ab, indem man Ungelesenes bestätigt.

  • Passwörter sollten aus mindestens acht Zeichen bestehen, ein Mix aus kleinen und großen Buchstaben, verschiedenen Zahlen und Sonderzeichen.

4. Vorgehen bei Mobbing und Verleumdung im Netz nach oben

Wenn Ihrem Kind irgendetwas Unangenehmes auffällt, prüfen Sie es und suchen sich im Beschwerdefall sachkundige Unterstützung. Bleiben Sie dazu immer in Kommunikation mit Ihrem Kind.

Wenden Sie sich im Beschwerdefall entweder an www.internet-beschwerdestelle.de, an den Netzwerkbetreiber oder an die Polizei.

Überprüfen Sie mit Ihrem Kind über Suchmaschinen regelmäßig seinen „Online-Ruf“ und schauen Sie, wie es im Netz gerade erscheint. So können Sie Gefahren wie böswillige Bloßstellungen oder Verleumdungen schneller erkennen.

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