Triff Martin Luther

Doku-Fiktion (KiKA)

Triff Martin Luther

Martin Choroba (Produzent der Doku-Fiktion) im Interview

Das Format "Triff Martin Luther" bringt Grundschülern spielerisch Leben und Werk des großen Reformators näher. Martin Choroba, Produzent der neuen Doku-Fiktion, beschreibt, wie sich das Team dem Thema Reformation angenähert hat.

In der fiktionalen Doku trifft Promi-Reporterin Amy die Großen der Weltgeschichte in ihrer Epoche. Sie erlebt mit einer Zeitmaschine hautnah die Szenen oder Legenden, die Martin Luther berühmt gemacht haben: So steht sie im Weg, als Martin Luther die 95 Thesen anschlägt und bekommt das Tintenfass ab, welches der Reformator eigentlich nach dem Teufel wirft...

 "Wir freuen uns, zum Reformationstag eine neue Sendungsform zu präsentieren. Mit seiner welthistorischen Größe, seiner so beeindruckenden wie kantigen Persönlichkeit und den vielen Geschichten und Anekdoten ist Martin Luther unbedingt der Richtige für den ersten Einsatz unserer Geschichtspromireporterin Amy."

Matthias Huff (Redaktionsleiter Nonfiktion, KiKA)

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Nachgefragt

Der Produzent im Interview nach oben

Wie kann man Reformation kindgerecht aufbereiten? 

Martin Choroba: So, wie es die Konzeption der Sendung vorsieht: mit Humor, Übersichtlichkeit in der Wissensvermittlung und Gegenwartsbezügen. Wichtig ist dabei auch das Thema "Ablasshandel", der für den damaligen kirchlichen Klerus durchaus ein Geschäft war. Der Ablasshandel verfolgte aber auch, was immer wieder erwähnt werden sollte, verschiedentlich soziale bzw. caritative  Ziele.

 Was kann Luther Kindern von heute bieten?

 Martin Choroba: Ein gewisse Standhaftigkeit in Fragen der eigenen Überzeugungen und besonders ein barmherziges Gottesbild.

Luther zeigte, wie man seine Überzeugungen vertritt. Was können Eltern aus dem Leben Luthers ihren Kindern mitgeben? 

 Martin Choroba: Standhaftigkeit, Auseinandersetzung mit Glaubensfragen, Kritikfähigkeit und auch in Abgrenzung zu dem historischen Luther, Toleranz gegenüber Religionen bzw. Andersgläubigen.

Luther hat den Menschen sehr genau "aufs Maul geschaut". Wie vermittelt man diese besondere Sprache an Kinder?

Martin Choroba: Die Sendung greift ja bereits die deftige Sprache Luthers auf und macht sie zum Thema. Es tut dabei gut, dass sich die Moderatorin dabei manchmal etwas irritiert zeigt, weil man sich ja nicht in allen Dingen an Luther orientieren muss, denn wir wissen ja, dass die Art der Sprache auch zu einer Verrohung der sozialen Beziehungen unter den Menschen führen kann.

Inwieweit spielt die Buchdrucktechnik eine Rolle? 

Martin Choroba: Die Sendung macht dies deutlich: Die Buchdrucktechnik ist zentral, wenn es darum geht, Wissen und Information, aber auch Ansichten und Meinungen weiter zu vermitteln. Dies als Errungenschaft darzustellen, gerade auch in der Gegenüberstellung und Weiterführung durch neue Techniken in unserer Zeit - wie des Internets - ist sehr wichtig. Gewissermaßen als Fortschritt, um die Verbundenheit unter den Menschen zu fördern, wenngleich dies auch zum Gegenteil führen kann, wie wir immer wieder erleben müssen.

Luther war nicht unumstritten – setzt sich "Triff Martin Luther" auch damit auseinander?

Martin Choroba: Nun, es handelt sich ja auch um eine Würdigung einer wichtigen Person der Geschichte. Darüber hinaus soll Wissen über diese Person vermittelt werden und dabei geht die Sendung auch auf kritische Themen und Widersprüche ein. So z.B. auf die Frage der Gewalt, die mit Luthers Überzeugungen in Verbindung steht, wenn wir z.B. an die Bauernaufstände denken. Dies ist sehr wichtig, ebenso wie die notwendige kritische Erwähnung von Luthers Antisemitismus und Antijudaismus.

Portrait von Martin Choroba | Rechte: barbara gandenheimer fotografie

Martin Choroba

Geschäftsführer/Produzent/CEO TELLUX Holding

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Luther, Porträt, 1529, , Lucas Cranach d. Ä | Rechte: picture alliance/akg-images

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