Boris - Ein Bär mit viel Gefühl

Animationsserie

Boris - Ein Bär mit viel Gefühl

Boris der Bär ist fünf Jahre alt. Wie viele Bären seines Alters ist er nicht immer nett, manchmal sogar wütend oder gemein. Zum Glück stehen ihm seine Spielsachen bei den Abenteuern und in kniffligen Situationen zur Seite.

Anke Lindemann
Anke Lindemann

Mit der Zeichentrickserie Boris haben wir einen kleinen Bären mit bisweilen sehr authentisch kindlichem Charakter gefunden. Gerade die kleinsten Zuschauer lernen viel über Vorbildfunktionen. Doch Boris schafft mehr als das. Er ist ein kindgerechter Spiegel vieler Verhaltensweisen, die unsere Zuschauerkinder hin und wieder selber ausleben. Kinder müssen sich ausprobieren und ihre Grenzen sowie die Regeln des sozialen Miteinanders lernen. Boris hilft ihnen dabei, indem er den Zuschauern zeigt, welches Verhalten unsere Grenzen tangiert. Hier dienen die Spielzeuge als Korrektiv. Sie bieten Boris zum einen die Möglichkeit, sich authentisch zu verhalten, sorgen aber zum anderen dafür, dass ihm sein Verhalten und die Wirkung im sozialen Kontext bewusst wird.

Anke Lindemann, Leiterin Redaktion Kinder/Familie

Worum geht es? nach oben

Boris ist ein fünfjähriger Bär. Mal ist er wütend, mal misstrauisch und auch nicht immer nett zu anderen. Aber er kann auch lieb, niedlich und hilfsbereit sein. Boris hat, wie viele Kinder, eine ganz besondere Beziehung zu seinen Spielsachen: Im Alltag sind sie seine Komplizen und erleben Abenteuer mit ihm. Wenn er dann etwas Böses anstellt, gibt er auch gerne mal den Spielsachen die Schuld. Er schimpft mit ihnen, ärgert sie und sich über sie, aber er hat sie auch sehr lieb. Sein Leben gleicht dem vieler Kinder seines Alters: Er spielt mit seinen Freunden im Park, geht in die Schule, besucht die Großeltern oder seine nervige Cousine kommt vorbei. Jeder Tag hält eine neue Überraschung und neue Abenteuer für Boris bereit. Nur eines ist dabei immer ganz sicher: Boris bleibt Boris!

Boris und seine Spielsachen nach oben

Für Kinder haben Spielsachen oft einen unermesslichen Wert. Auch für Boris sind sie ständige Begleiter. Mit ihnen spielt er Rollenspiele und lernt, was richtig ist und was falsch. Durch dieses Hineinversetzen in andere Charaktere kann er Erlebtes verarbeiten. Das dient der Selbstentwicklung und dem Aufbau einer eigenen Identität.

Als Boris beispielsweise mit seiner Mutter einkaufen geht, wollen sich seine Spielsachen plötzlich nicht an die Benimmregeln im Supermarkt halten - sie laufen einfach davon! So muss Boris plötzlich Verantwortung für das Benehmen seiner Spielsachen übernehmen, und kann diese Rolle spielerisch erlernen.
Indem Kinder das Erlebte nachspielen, reflektieren sie die Situationen und lernen daraus. Die Spielsachen repräsentieren so einen Teil des Kindes. Sie helfen ihm, bewusst über Erlebtes nachzudenken.

Nehmen Sie Boris in all seiner Ambivalenz als Einladung, mit Ihrem Kind über Emotionen und den Umgang mit anderen Personen oder auch Dingen zu reden. Denn auch Boris hat natürlich nicht nur seine ruppige Seite. Er kann genauso fürsorglich und liebenswert sein. Damit ist Boris sicher keine glatte Figur, die uns in all ihrer Weisheit und mit bestem moralischem Kompass ein Vorbild ist. Vielleicht schafft es Boris allerdings gerade deshalb, zum Nachdenken über eigenes Verhalten anzuregen.

Anke Lindemann, Leiterin Redaktion Kinder/Familie

Blick in die Werkstatt nach oben

Die Geschichten um Boris beruhen auf der gleichnamigen französischen Kinderbuchreihe von Jean-Marc Mathis. Im Deutschen wird der kleine Bär Boris von der Schauspielerin Ellis Drews gesprochen. Ellis ist unter anderem bekannt aus der KiKA-Sendung "Alles neu für Lina", in der sie die Hauptfigur Lina verkörperte. Aber auch als Sychronsprecherin hat man sie schon in der Serie "Tib & Tumtum" als Kori gehört.

Ellis macht die Arbeit als Synchronsprecherin immer Spaß, obwohl es nicht immer leicht ist, die langen kniffligen Sätze schnell zu sagen. Aber dagegen hat sie schon ihre eigenen Tipps: Einfach versuchen, den Satz ganz schnell zu sagen und danach erst in dem richtigem Tempo. Wie Boris ärgert auch Ellis ganz gern mal ihre Eltern oder schnappt mal das Tablett. Besonders freut sich Ellis darauf, die Serien im Fernseher zu sehen und ihre eigene Stimme zu hören.

Der Synchronregisseur Andreas Strozyk ist ebenfalls ganz fasziniert von Boris: Er bezeichnet die Serie als schöne, schnelle und freche Trickfilmserie, die nicht nur Spaß macht zu gucken, sondern es auch spaßig ist, daran zu arbeiten. Für ihn ist Boris ein etwas anderer Charakter als gewöhnliche Rollen in Kinderserien. Boris ist lebendig, frech und erlebt mit seinem Spielzeug viele Abenteuer. Andreas Strozyk ist für verschiedene Figuren aus "Unser Sandmännchen" bekannt. Darunter zählt beispielsweise die Figur von Raketenflieger Timmi.

Gut zu wissen nach oben

Mit den eigenen Gefühlen umgehen – was für Erwachsene selbstverständlich ist, müssen Kinder erst noch lernen. Besonders bei starken Emotionen wie zum Beispiel Wut kann das ganz schön anstrengend sein. Eine der Ursachen für Wutausbrüche ist die Autonomiephase, früher auch Trotzphase genannt.
Ab dem zweiten Lebensjahr beginnen Kinder, sich selbst als selbstständige Person wahrzunehmen. Sie haben in dieser Phase viel zu lernen und stoßen im Alltag an ihre körperlichen, sprachlichen und emotionalen Grenzen. Hinzu kommt, dass sie die Folgen ihres Handelns noch nicht richtig einschätzen können. All dies führt dazu, dass ein Kind Frust empfindet. Wenn Kinder keine Möglichkeiten haben, diesen zu kanalisieren, kann er sich schnell in Wut verwandeln. Für Eltern und Bezugspersonen ist das keine leichte Situation. In diesem Moment ist es schwer zum Kind durchzudringen, da es sich meist in einem Gefühlsrausch befindet.  

Es gibt auch viel mehr Ursachen dafür, dass das Kind einen Wutausbruch bekommt. Einige davon findet haben wir hier aufgelistet:

  • Überforderung
  • Bewegungsmangel
  • Reizüberflutung
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • falsche Rollenerwartung
  • Frustration

Darauf sollte man achten nach oben

Wenn Kinder einmal einen Wutausbruch bekommen, können Eltern weiterhelfen:

  • Eine konsequente Umsetzung hilft Kindern dabei, sich an klare Regeln zu gewöhnen
  • Die Reaktionen eines Kindes sollten nicht persönlich genommen werden. Die Wut der Kleinen richtet sich nicht gegen die Bezugsperson, sondern gegen die jeweilige Situation. Nach dem Wutausbruch ist es wichtig dem Kind zu zeigen, dass man es lieb hat.
  • Damit die Situation nicht eskaliert und um selbst zur Ruhe zu kommen kann es helfen, kurz den Raum zu verlassen. Hierzu sollte dem Kind mitgeteilt werden, dass man für die Wut Verständnis hat, aber es notwendig ist, über den Wutausbruch zu reden.
  • Mit gutem Vorbild für seine Kinder voranzugehen ist wichtig. Natürlich sind auch Eltern nicht immer mit allem glücklich. Die Wut an den Kleinen auszulassen, hilft aber keinem der Beteiligten weiter.
  • Ein Boxsack im Kinderzimmer, in den der Nachwuchs hemmungslos schlagen kann, kann dabei helfen, negative Gefühle und Stress loszuwerden.
  • Weitere Möglichkeiten für eine spielerische Wutverarbeitung sind punktuelles lautes Schreien, eine Kissenschlacht oder mit den Füßen stampfen

0 Kommentare