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ERDE AN ZUKUNFT

Wunder Regenwald

In jeder Minute wird ein Stück Regenwald so groß wie 35 Fußballfelder zerstört. Mit Motorsägen und Bulldozern zerstören Menschen tagtäglich schützenswerte Natur. Die Bäume werden gefällt, um aus dem Holz Möbel herzustellen oder noch mehr Palmöl- und Soja- Plantagen anzubauen. Dabei werden nicht nur die Bäume vernichtet, sondern auch der Lebensraum für Millionen Tiere und Pflanzen.

Blick von oben auf die Baumkronen in einem Regenwald | Rechte:  ©Sandro Di Carlo Darsa/AltoPress/Maxppp ; South America, Amazon Rainforest

Der Regenwald

Die tropischen Regenwälder gibt es seit etwa 60 Millionen Jahren und dort herrscht ein besonders feuchtes Klima. Die meisten tropischen Regenwälder gibt es in drei großen Regenwaldregionen der Erde, das sind Amazonien in Südamerika, das Kongo-Becken in Afrika und in Südost-Asien. Insgesamt sind rund sieben Prozent der Erde mit Regenwald bedeckt.

Der Zukunftswunsch

Das ist Yesim. | Rechte: KiKA
Yesim Yesim wünscht sich, dass die Regenwälder geschützt werden.

Ich möchte in einer Welt leben, in der Alle auf den Regenwald achten. Wenn ich älter bin, möchte ich mal eine Safari im Regenwald oder eine Bootsfahrt auf dem Amazonas machen. Der Regenwald ist wichtig, weil er den Sauerstoff produziert, den wir zum Leben brauchen. Deswegen nennen wir ihn die grüne Lunge. Ohne den Regenwald könnten wir nicht leben.

Yesim

Regenwald schützen

Die Regenwälder werden die „grüne Lunge“  der Welt genannt, weil sie riesige Mengen Kohlenstoffe im Boden und in den Bäumen speichern. Das wirkt sich positiv auf das Weltklima aus. Die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten ist in den tropischen Regenwäldern beheimatet.  Auf einem Baum in Amazonien leben fast so viele verschiedene Ameisenarten wie in ganz Deutschland.

Wald- und Tiersterben

Jede Minute werden Regenwaldflächen in der Größe von schätzungsweise 35 Fußballfeldern gerodet  - also vernichtet. Rund die Hälfte der ursprünglichen Waldfläche ist inzwischen durch menschliches Eingreifen wie Abholzung verschwunden. Der Regenwald bietet lukrative Geschäfte: das edle Tropenholz wird für die Möbelindustrie verwendet oder riesige Plantagen aus Ölpalmen, Zuckerrohr und Soja werden auf den gerodeten Flächen angebaut.

Aber auch die Förderung von Erdöl und die Gold -und Kupferminen zerstören die grüne Lunge. Durch das Abholzen der Wälder wird  ein großer Teil des schädlichen Kohlendioxids freigesetzt.  Das Co2 (das ist die chemische Formel für Kohlendioxid) in der Atmosphäre ist für alles Leben auf der Erde schädlich und gilt als Hauptverursacher des Klimawandels. Nicht nur die Wälder werden zerstört, die Tiere verlieren ihren Lebensraum, manche Arten sterben sogar aus. 

Medizin aus dem Regenwald

Den Regenwald kann man auch als Schatzkammer bezeichnen. Dort herrscht die größte Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen überhaupt. Heute sind in jedem vierten apothekenpflichtigen Medikament Heilstoffe aus Pflanzen des Regenwaldes enthalten. Die Heilstoffe werden aus den Pflanzen gewonnen und später im Labor „nachgebaut“, um sie für Medikamente verwenden zu können. Felix besucht den Mikrobiologen Matthias Ullrich im Botanischen Garten in Bremen. Dort gibt es 650 verschiedene Pflanzenarten. Der Garten hat die zweitgrößte Sammlung an Rhododendren auf der Welt.

Matthias Ullrich hat sich in seiner Forschung auf Rhododendronsträucher spezialisiert. Einige Arten dieser Pflanze wachsen in tropischen Wäldern und werden von den Einheimischen seit Jahrtausenden geschätzt. So legen sie zum Beispiel die Blätter des Rhododendrons auf Wunden, damit sie schneller heilen. Der Mikrobiologe Matthias Ullrich forscht an verschiedenen Rhododendronarten, um die heilenden Wirkstoffe für die Menschen zu finden.

Nächste Folge am 27.09.2020

um 20:00 Uhr

Wusstest du schon?

Hast du schon mal von der schwarzen Erde namens „Terra preta“ gehört? Diese Erde kommt aus dem Regenwald und ist ein Vermächtnis der Indigos. Die Terra preta ist so fruchtbar, dass die Erträge beim Anbau von Pflanzen viel höher sind als auf „normaler“ Erde im Amazonas. Der Einsatz von Dünger ist überflüssig. In der Erde sind Holzkohle, Tonscherben und zahlreichen organischen Materialien, wie Küchenabfällen, Knochen und Fäkalien enthalten. Inzwischen hat man die Supererde künstlich hergestellt. Damit könnte in Zukunft der Hunger in Entwicklungsländern bekämpft werden.

So kannst du den Regenwald schützen!

Tipp 1

Weniger Fleisch essen!
Tiere werden mit Soja gefüttert – das wiederum wird hauptsächlich auf Plantagen angebaut wo früher Regenwald war.

Tipp 2

Recyclingpapier verwenden!
Für Papier müssen Bäume sterben - deswegen lieber recyceltes Papier verwenden.

Tipp 3

Auf Palmöl verzichten!
Palmöl ist ein Massenprodukt und für die Industrie unverzichtbar. Es steckt in Nahrungsmitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetik, Kerzen, Biokraftstoff und vielem mehr. Gerade für den Anbau von Palmöl werden riesige Flächen Regenwald für Plantagen vernichtet.

Tipp 4

Keine Möbel aus Tropenholz!
Mahagoni, Teak oder Palisander und andere Tropenhölzer sind Bäume, die hunderte Jahre alt sind und meist illegal gerodete werden.

Tipp 5

Bitte deine Eltern, keinen Biosprit zu tanken!
Für die pflanzlichen Rohstoffe im Biosprit werden zum Beispiel Palmöl oder Zuckerroh gebraucht, die wiederum auf Plantagen angebaut werden, für die der Regenwald gerodet wird.

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