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FÜR ERWACHSENE

Flüchtlinge – Wie gehen wir in Zukunft mit all den Menschen um?

Nächste Folge am 23.02.2019

um 20:00 Uhr

Erde an Zukunft

Flüchtlinge – Wie gehen wir in Zukunft mit all den Menschen um?

Gut eine Million Menschen kamen im Jahr 2015 nach Deutschland, die meisten aus Syrien, Afghanistan und Irak, aber auch aus dem Kosovo und afrikanischen Ländern, wie Eritrea. Viele von ihnen flüchten aus großer Not, vor Krieg und Verfolgung. Andere wollen ein besseres Leben führen, und hoffen auf eine Chance im reichen Europa.

Täglich kommen tausende Menschen aus Ländern, in denen Krieg, Terror und Hungersnot herrscht, nach Deutschland. | Rechte: KiKA

Wenn so viele Menschen auf einmal in ein Land kommen, verursacht das Probleme in den Dörfern und Städten. Wo sollen all die Menschen unterkommen, wer bearbeitet ihre Anträge, wer darf bleiben, wer muss wieder gehen? Wer bringt ihnen die deutsche Sprache bei? Wie sieht ihre Zukunft aus? Und was bedeutet das für die Menschen, die hier leben? Wie kann ein Zusammenleben gelingen? 

Der Zukunftswunsch

Flüchtlinge in Deutschland sollten ein normales Leben führen, ein Zuhause bekommen, die deutsche Sprache lernen und arbeiten können. | Rechte: KiKA
Kinderwunsch von Niklas Flüchtlinge in Deutschland sollten ein normales Leben führen, ein Zuhause bekommen, die deutsche Sprache lernen und arbeiten können.

Ich wünsche mir, dass die Flüchtlinge hier in Deutschland ein normales Leben führen können, dass sie schnell ein zu Hause finden, die deutsche Sprache lernen, vielleicht ein paar Hobbys machen und arbeiten können. Also ich finde, die Politiker sollten in die anderen Ländern gehen, wo Krieg ist und den Krieg da beruhigen, damit die Flüchtlinge nicht hierherkommen müssen, sondern die wollen ja auch in ihren Ländern bleiben, wo sie geboren sind.

Niklas

Felix trifft Jaafar

Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen, fährt Felix nach Berlin. Dort trifft er Jaafar Abdul-Karim vom Fernsehsender „Deutsche Welle“. Jaafar ist Moderator und Reporter, er hat eine eigene Talkshow mit dem Titel „Shababtalk“, die Millionen Zuschauer im arabischen Raum hat. Jaafar spricht Englisch, Deutsch und Arabisch und ist als Reporter in der ganzen Welt unterwegs. Im Moment berichtet er viel über die derzeitige Lage in Europa, trifft Flüchtlinge in Berlin, reist an die Grenzen oder in den Libanon, um sich vor Ort zu informieren. Er kennt sich sehr gut mit der aktuellen Situation aus.

Bausteine für erfolgreiche Integration

Jaafar und Felix entwickeln gemeinsam im Fernsehstudio von „Shababtalk“ einen Plan: Sie suchen die wichtigsten Bausteine, die es braucht, damit Flüchtlinge in einem neuen Land ankommen und leben können. Und was wichtig ist, damit beide Seiten – die Einheimischen und die geflüchteten Menschen – gut miteinander auskommen können.

Das sind die optimalen Voraussetzungen für Flüchtlinge:

  • Ein Zuhause haben
  • Sprache lernen und können
  • Zeitnah nach der Ankunft wissen: Dürfen sie bleiben oder nicht?
  • Miteinander reden
  • Sich gegenseitig akzeptieren
  • Menschlich zueinander sein
  • Keine Vorurteile pflegen
  • Mehr Liebe im Umgang miteinander

Mit diesen Bausteinen im Gepäck besucht Felix die baden-württembergische Stadt Schwäbisch-Gmünd. Dort versuchen der Bürgermeister Richard Arnold und die Mitarbeiter der Stadt, beiden Seiten das Zusammenleben zu erleichtern und gehen dabei besondere Wege.

  • Die Hälfte der rund 800 Flüchtlinge lebt nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft, sondern in privaten Wohnungen mitten in der Stadt.
  • Außerdem gibt es einen engen Kontakt zwischen der Stadt und den Flüchtlingen.
  • Der Bürgermeister hat immer wieder neue Ideen, wie die Neuankömmlinge sich als Teil der Stadtgemeinschaft fühlen können. So sind zum Beispiel alle Flüchtlinge eingeladen, sich im Sommer bei einem großen Mittelalterfestival einzubringen und als Statisten mitzuspielen.

Die Stadt Schwäbisch-Gmünd hat mit rund 60.000 Einwohnern eine gute Größe und ist trotzdem überschaubar. Das sind gute Voraussetzungen Es gibt viele kleinere Stadtteile, in denen Flüchtlinge unterkommen können. Dort wohnen sie Tür an Tür neben Einheimischen, und das erleichtert den Kontakt zu diesen.

Gamundia – ein neues Haus für alle Menschen

Außerdem haben Bürgermeister und Stadtplaner ein neues Hausmodell erfunden. Es trägt den Namen „Gamundia“ (das steht für Gmünd). Diese Häuser sind schnell gebaut und je nach Bedarf finden hier Flüchtlinge,  Studenten, Paare oder auch kleine Familien Platz und sie passen überall im Ort hin. Viele verschiedene Menschen können gemeinsam darin wohnen. Und Flüchtlinge werden nicht ausgegrenzt, sondern sind gleich mittendrin. Das soll das Zusammenleben beider Seiten erleichtern.

Noch ein Pluspunkt: Die Häuser halten länger als Container - die genauso viel kosten - und könnten das Wohnungsproblem der Stadt lösen. Die ersten Musterhäuser vom Typ „Gamundia“ sollen diesen Sommer schon in Schwäbisch-Gmünd gebaut werden.

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Eine Liege, ein Kopfkissen, eine Bettdecke, Handtücher und Bettwäsche bekommt jeder Flüchtling nach seiner Ankunft in Deutschland. | Rechte: KiKA

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Versetze dich in die Lage der Flüchtlinge!

Viele Flüchtlinge haben oft nur die wichtigsten persönlichen Sachen dabei. Überlege doch mal, was du auf jeden Fall mitnehmen würdest, wenn du dein Zuhause verlassen und auf eine lange Reise gehen müsstest.

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