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FÜR ERWACHSENE

Lichtverschmutzung - Leben ohne Nacht

Nächste Ausstrahlung am 28.07.2018

um 20:00 Uhr

Lichtverschmutzung - Leben ohne Nacht

Folge vom 16.06.2018

Licht prägt unser Verhalten. Helligkeit ist der wichtigste Taktgeber für unseren Tagesrhythmus. Um der Dunkelheit der Nacht zu entkommen, haben Menschen im Laufe der letzten Jahrhunderte künstliche Lichtquellen entwickelt. Doch wenn künstliche Lichtquellen die Dunkelheit verschmutzen, hat das Auswirkungen auf Mensch und Tier. Felix will herausfinden, welche Auswirkungen das sind und was wir in Zukunft ändern müssen.

Aerial view of Chicago city illuminated at night viewed from Sears Tower, Illinois, U.S.A. | Rechte: Coloubox.com / Celso Diniz

Der Zukunftswunsch

Wenn Finnja bei ihrer Oma ist, schauen sich beide häufig die Sterne am Himmel an.  | Rechte: KiKA
Das ist Finnja. Wenn Finnja bei ihrer Oma ist, schauen sich beide häufig die Sterne am Himmel an.

Ich schaue mir gerne mit meiner Oma zusammen die Sterne an. Dann liegen wir auf Liegestühlen in ihrem Garten. Ich finde es schade, dass das in der Stadt nicht möglich ist, weil all die Reklameschilder und viel mehr Licht da ist und man die Sterne nicht so gut sehen kann. Deshalb wünsche ich mir, dass in Städten zum Beispiel donnerstags oder freitags die Lichter ausgeschaltet werden. Dann kann man an diesen Tagen Sterne anschauen.

Finnja

Lichtverschmutzung

Was Finnja beschreibt, ist Lichtverschmutzung. Wenn es nachts nicht mehr stockdunkel ist und du die Sterne nicht so gut sehen kannst, spricht man von Lichtverschmutzung. Zu viel künstliches Licht verschmutzt die Dunkelheit. Künstliche Lichtquellen wie die Straßenbeleuchtung, Leuchtreklame an Häusern, der Straßenverkehr und viele andere Lichtquellen sorgen dafür, dass wir nachts nicht im Dunkeln stehen. Allein in Deutschland hat die Lichtverschmutzung in den letzten Jahren um circa sechs Prozent zugenommen, denn hier leuchten jede Nacht über acht Millionen Straßenlaternen.

Auswirkungen der Lichtverschmutzung

Richtig dunkel wird es nachts nur noch an abgelegenen Orten außerhalb von Städten und Dörfern. Für uns Menschen und die Tiere hat das Auswirkungen auf das Leben. Wir haben uns im Laufe der Evolution an den Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt. Ist es dunkel, gehen wir schlafen und wenn die Sonne aufgeht und es wieder hell wird, stehen wir auf. Zu viel Licht zur falschen Zeit schadet unserem Tag–Nacht-Rhythmus und das wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus.

Auch der biologische Rhythmus der Tiere wird durch künstliches Licht beeinflusst. Je nach Tierart und Grad der Lichtverschmutzung können Nahrungssuche, Ruhezeiten und Fortpflanzung der Tiere gestört werden. Alleine in Deutschland sterben zum Beispiel jedes Jahr bis zu 150 Billionen Insekten durch die Beleuchtung von Straßenlaternen. Die Insekten verbrennen an den heißen Glühbirnen der Lampen. Oder sie sterben vor Erschöpfung, weil sie unaufhörlich um die Lichtquelle herumfliegen, die sie für die Sonne halten. Die Lichtverschmutzung ist auch für die Astronomen ein Problem. Astronomen sind Sternenforscher. Bei erhelltem Nachthimmel können sie viel weniger Sterne am Himmel sehen. Der Sternenhimmel mit allen Sternen und Planeten ist in seiner vollen Pracht nur noch an Orten ohne künstliche Lichtquellen zu bestaunen.

Schutz für Feldermäuse und Insekten

Felix ist den Sternen auf der Spur

In Großstädten sind bei Nacht kaum Sterne am Himmel zu erkennen. Grund dafür sind die künstlichen Lichtquellen, die Städte bei Dunkelheit hell erleuchten lassen. Um herauszufinden wie viele Sterne am Nachthimmel zu sehen sind, testet Felix die Sternezähl-App „Verlust der Nacht“. Mit der App werden die  Sterne am Himmel gezählt und dadurch ermittelt, wie hoch die Lichtverschmutzung an dem Ort ist.

Lichtforscher Dr. Christopher Kyba

Auf dem Alexanderplatz in Berlin trifft Felix den Forscher Dr. Christopher Kyba vom Deutschen GeoForschungszentrum, der sich für das Projekt „Verlust der Nacht“ einsetzt. Der Alexanderplatz ist abends und nachts der hellste Ort in der Stadt. Dort gibt es besonders viel Licht, das in den Himmel strahlt. Dr. Christopher Kyba zeigt Felix gute und schlechte Lichtbeispiele. Beleuchtete Schaufenster, Leuchtreklame, Neonlichter und der Straßenverkehr sind schlechte Lichtbeispiele.

Unzählige Straßenlaternen beleuchten nicht nur die Straßen und Gehwege, sondern strahlen nach allen Seiten Licht ab, auch in die Atmosphäre. Mit einem Luxmeter, einem Lichtmesser, misst Christopher Kyba wie viel Licht eine gewöhnliche Straßenlaterne ausstrahlt. Das Licht der Laterne ist 1000-mal heller als eine Vollmondnacht ohne künstliche Beleuchtung. Es gibt aber inzwischen auch Laternen, die weniger Licht abstrahlen und nur die Gehwege beleuchten und somit weniger Lichtverschmutzung verursachen.

Intelligente Straßenbeleuchtung

Inzwischen gibt es „intelligente Straßenbeleuchtung“. So nennt man Straßenlaternen, die mit Sensoren ausgestattet sind und somit auf Bewegungen regieren. Nähert sich ein Fußgänger einer intelligenten Straßenlaterne, wird das Licht heller. Wenn die Sensoren keine Bewegungen messen, verdunkelt sich das Licht. Tiere und Pflanzen werden dadurch in ihrer Nachtruhe weniger gestört.

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Beautiful calm night view of Amsterdam city. The works in the style of watercolor painting. | Rechte: Colourbox/Myron Standret

Die Lichtverschmutzung nimmt von Jahr für Jahr immer mehr zu. Die Lichtverschmutzung in Großstädten ist inzwischen zehnmal höher als vor 150 Jahren!