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Bild: „Allein gegen die Zeit“/Mediathek www.kikaplus.de. Rechte: KiKA

Aktuelles

Demnächst auch bei KiKA:
Programme für Seh- oder Hörgeschädigte

Andersartigkeit, Diversität und Teilhabe bei KiKA

KiKA ist seit jeher bestrebt, ein Angebot zu schaffen, das über verschiedene Lebenswelten informiert. Der Sender bildet Individualitäten ab oder zeigt Wege für einen natürlichen Umgang mit Andersartigkeit auf.

2013 nimmt KiKA sich nicht nur vor, die Inhalte dieser Programmaktivitäten zu verstärken. Der Sender bemüht sich, auch die technischen und programmlichen Voraussetzungen zu erweitern, um Barrieren für die unterschiedlichen Zuschauer abzubauen:

Durch Hörfilme oder durch die Untertitelung von Filmen zum Beispiel wird Kindern mit Seh- oder Hörschädigung der Zugang zum Fernsehen ermöglicht. Nach und nach können davon auch KiKA-Zuschauer profitieren und an den Programminhalten des KiKA teilhaben. Sendungen, die mit einem entsprechenden Service ausgestattet sind, werden gekennzeichnet:

„AD“ steht für „Audiodeskription“ oder Hörfilme

Bild: Szene aus dem Film „Lippels Traum“
Film „Lippels Traum“. Ein Sprecher ist zu hören: „Sein Vater legt eine Decke um sie beide und drückt Lippel fest an sich.“

Ab April 2013 ist der KiKA technisch in der Lage, Filme mit Audiodeskription zu übertragen, einer akustischen Orientierungshilfe. Im Moment verfügen noch wenige TV-Sendungen im KiKA über diese Servicefunktion für Sehbehinderte. Denn dafür ist ein höherer Produktionsaufwand nötig. Eine zusätzliche Hörfassung muss entwickelt und nachproduziert werden: In den Dialogpausen der Darsteller erklärt ein zusätzlicher Sprecher, was in der Szene gerade passiert. Wichtige Elemente aus Handlung, Schauplätzen, Gestik oder Mimik werden beschrieben. Auf diese Weise wird ein besseres Verständnis für den Film gefördert. Zusätzlich ermöglicht es einem sehbehinderten Kind, später an Gesprächen über die Sendung teilzunehmen.

Wie kann man Hörfilme empfangen?

Diese Filme werden im Zweikanalton-Verfahren verbreitet. Über den ersten Kanal ist der Originalton zu empfangen und über den zweiten die Mischung von Filmton und Bildbeschreibung. Um die unterschiedlichen Tonspuren auswählen zu können, ist ein digitaler Receiver nötig. Audiodeskription muss mit der Fernbedienung aktiviert werden.

Der KiKA sendet Hörfilme in:

  • DVB-S (“DVB” steht für Digital Video Broadcasting.)
    Digitaler Empfang von Fernsehprogrammen mittels Satellitenanlage („-S“)
  • DVB-S2
    Eine Weiterentwicklung des DVB-S
  • DVB-C („C“ steht für „Cable“.)
    Digitaler Empfang über Kabel
  • Nicht zu empfangen sind die Hörfilme über die terrestrische Verbreitung (DVB-T), über analoge Kabel, auch nicht über den Internetübertragungsweg für Fernsehprogramme und Filme (IPTV, Livestream).
  • Hörfilme in der Mediathek:
    Die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Hörfilme werden in der Programmbeschreibung mit dem Symbol „AD“ gekennzeichnet.

„UT“ oder ein durchgestrichenes Ohr steht für Sendungen mit „Untertitel“

Bild: Text des Titelsongs der Sendung „Checker Can“ / Rechte: KiKA
Der Text des Titelsongs der Sendung „Checker Can“ wird eingeblendet.

KiKA überträgt seit seinem Sendestart 1997 im Videotext (Seite 150) die Untertitel für hörgeschädigte Kinder. Dort werden die Dialoge und Kommentare als Text hinterlegt. Allerdings ist auch hier der Anteil an Fernseh­sendungen, die für Kinder von 3 bis 13 Jahren mit Untertiteln produziert werden, gering. Denn im Vergleich zu Erwachsenen sind Lese­kompetenz und später Lese­geschwindigkeit der jungen Zielgruppe noch eingeschränkt. Außerdem ist die Aufnahmekapazität von Wörtern, die gelesen werden, geringer als die des gesprochenen Wortes.

Deshalb müssen ganze Dialoge für Untertitel neu bearbeitet und gekürzt werden. Dabei müssen die Redakteure darauf achten, dass keine Verfremdung entsteht oder der Sinnzusammenhang verloren geht. In den Texten müssen außerdem akustische Effekte, Geräusche oder Musik erklärt werden. Nur so kann das Zuschauerkind hineingenommen werden in die Dramaturgie des Geschehens.

ARD und ZDF werden auch ihre Angebote für Kinder demnächst barrierefreier gestalten. Von KiKA produzierte Sendungen werden nach und nach mit Untertiteln ergänzt.

Wie kann man Untertitel empfangen?

Bei eingeschaltetem Videotext werden am unteren Bildschirmrand ein- oder zweizeilig Textinformationen übertragen. Dabei wird nicht die ganze Videotextseite genutzt, sondern nur ein oder zwei Zeilen.

  • Analoges Fernsehen:
    Im analogen Fernsehen werden die Untertitel zusammen mit dem Fernsehbild gesendet (bei eingeschalteter Videotextseite 150). Man nennt diese Verbreitung „einstreifig“.
  • Digitales Fernsehen:
    Beim digitalen Fernsehen werden die Untertitel parallel zum Bild gesendet, mit einem eigenen Signal („zweistreifig“). Damit sind sie nicht mehr Bestandteil des Videotextes und müssen per Fernbedienung aktiviert werden. Die Videotextseite 150 kann trotzdem weiterhin genutzt werden.
    Seit April 2013 kann auch im KiKA die digitale Untertitelung gewählt werden.

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© KiKA 2013 - zuletzt geändert am 03.05.2013