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In der letzten Sendung:

Diesmal hat dir TRICKBOXX-Reporter Juri wieder neue Kinofilme vorgestellt. [Ich will mehr wissen!]

Dein Film:

„Woran glaubst Du” [Ich will mir den Film anschauen.]

Sendung am 28. März 2010

(Wiederholung vom 14.06.2009)

Filmen mit dem Handy

Bild: Handy
Mit dem Handy kann man
nicht nur telefonieren.
Über die Hälfte aller Elfjährigen hat ein eigenes Handy und nutzt es nicht nur zum Telefonieren und Simsen. Auch zum Fotografieren und zum Filmen sind die mobilen Telefone gut geeignet, schließlich ist die Bedienung so einer Handykamera kinderleicht. Um aber einen richtig guten Handyfilm zu drehen, muss dann doch einiges beachtet werden.

Bild: Johannes Girke
Johannes Girke

Die Vorbereitungen

Wir haben den Berliner Filmemacher Johannes Girke besucht. Johannes dreht Kurzfilme auf dem Handy, denn so muss er kein großes Team engagieren oder viel Geld für Technik ausgeben. Aber auch ein Handyfilm muss gut vorbereitet werden.

Schon beim Ausdenken der Geschichte für einen Handyfilm beachtet Johannes einige Regeln. Handyfilme sollten nicht zu lang sein und darum auch nicht zu viele Darsteller haben, denn die kurze Zeit reicht nicht, um viele Darsteller einzuführen. Treten in einem Handyfilm zu viele Personen auf, kann sie der Zuschauer außerdem kaum noch auf dem kleinen Bildschirm erkennen und schon gar nicht mehr unterscheiden. Genau so schädlich wie zu viele Personen sind zu viele Worte. Deshalb plant Johannes meist wenige Dialoge ein, denn diese kosten im Film zu viel Zeit und sind oft schlecht zu verstehen.

Damit Johannes nachher beim Drehen genau weiß, wer wann wie und wo aufzutreten hat, skizziert er die Handlung in einem so genannten Storyboard. Er überlegt sich also schon vorher genau, wie die Bilder des Films später aussehen sollen.

Bild: Lilly beim Filmen mit dem Handy.
Lilly beim Filmen mit dem Handy.

Auch das Handy selbst muss auf den Dreh vorbereitet werden. Bevor Johannes anfängt zu drehen, lädt er das Handy komplett auf. Denn ohne vollen Akku nutzt einem die beste Vorbereitung nichts. Fertige Handyfilme sind meist nicht länger als zwei Minuten. Gedreht wird aber erst einmal mehr. Mit einem 4-Gigabyte-Speicherchip kannst du etwa 120 Minuten Rohmaterial aufzeichnen. Damit beim Drehen genug freier Speicherplatz auf dem Chip ist, werden alle Fotos und Clips, die nicht mehr gebraucht werden, gelöscht.

Bevor er loslegen kann, muss Johannes das Mobiltelefon noch richtig einstellen. Mit dem Handy im Freien zu drehen, ist gar nicht so einfach. Wer Landschaftsaufnahmen mit dem Handy macht, der sieht nachher wahrscheinlich nur verschwommene Farbflächen. Johannes dreht daher am liebsten innen. Und da innen keine Sonne scheint, stellt Johannes sein Mobiltelefon bei der Lichtauswahl auf  Kunstlicht ein. Aber Handy ist nicht gleich Handy. Klick dich doch mal durchs Menü und schau nach, was sich an deinem Handy alles einstellen lässt. Wichtig ist auf jeden Fall die Aufnahmequalität für den Film. Zum Drehen wählt Johannes immer die beste Aufnahmequalität, damit er seinen Film hinterher auch auf einem größeren Bildschirm zeigen kann. Eine hoch aufgelöste Filmsequenz lässt sich jederzeit am Rechner komprimieren.

Dabei werden die Daten geschrumpft und die Auflösung verringert. So kannst du deinen Clip anschließend auch als E-Mail versenden. Aber Vorsicht: Hast du deinen Film erst einmal in geringer Auflösung gedreht, kannst du daran nichts mehr ändern – auch nicht am Computer.

Bild: Hier filmt Christian..
Hier filmt Christian.

Der Dreh

Damit deine Filme auch toll aussehen, haben zwei TRICKBOXXER für dich schon mal auf Probe gedreht. Eine lustige Geschichte haben sich Lilly und Christian bereits ausgedacht und auch ein Storyboard gezeichnet. In ihrem Film wollen die beiden auf Dialoge verzichten. Dabei soll ein befreundeter Schauspieler, Randolf Herbst, helfen. Er kann gesprochene Sprache durch Mimik und Gestik ersetzen.

Auch beim Drehen eines Handyfilms gibt es einiges zu beachten. So muss das Handy quer gehalten werden, schließlich sind alle Abspielgeräte für Filme wie Fernseher oder Computer als Querformate ausgelegt. Hochformatig gedrehte Filme müssen aufwändig umformatiert werden und haben danach trotzdem noch schwarze Seitenränder. Verglichen mit großen Filmkameras nehmen Handys Filme in einer viel schlechteren Bild: Ruhe bitte - hier wird gedreht.
Ruhe bitte - hier wird gedreht.
Auflösung auf. Damit man auf dem kleinen Display viel erkennen kann, geht Christian beim Drehen so nah wie möglich an den Darsteller heran. Das ist auch viel besser, als den digitalen Zoom eines Mobiltelefons zu benutzen. Gezoomte Filmaufnahmen wirken meist sehr unruhig und ruckelig. Christian will auf das Zoomen verzichten und lieber ruhige Bilder drehen. Da Handys kein Stativ haben, gibt es einen einfachen Trick um ruhige Bilder zu filmen: Der eigenen Arm wird aufgestützt und so als Stativ genutzt.
Auch das Schwenken ist mit dem Handy gar nicht so einfach. Horizontal kann man gut aus der Hüfte schwenken und vertikal am besten aus dem Handgelenk. Wer schwenkt, sollte fest auf dem Boden stehen und ein ruhiges Händchen haben. Zu schnelle Schwenks verursachen unscharfe Bilder.

Neben den Bildern ist auch der Ton entscheidend. Um wichtige Dialoge oder Geräusche aufzunehmen, sollte man in geschlossenen Räumen drehen und nah heran gehen. Aber Vorsicht: Handymikrofone haben keine Richtwirkung (Gemeint ist damit, aus welchen Richtungen Tonereignisse mit welcher Bündelung aufgenommen werden). Sie nehmen alles auf, sogar die Geräusche der Hand. Also das Handy schön ruhig halten! Lilly und Christian wählen für jede Szene unterschiedliche Einstellungsgrößen und Perspektiven und sorgen so für abwechslungsreiche Bilder.

Damit aus den gedrehten Bildern ein richtiger Film wird, muss das Rohmaterial noch geschnitten werden. Dazu benötigst du zunächst einen Computer und ein Bild: Alle schauen sich das Ergebnis an.
Alle schauen sich das
Ergebnis an.
Computerschnittprogramm. Solche Programme kannst du dir kostenlos aus dem Internet herunterladen. Die Programme sind alle etwas verschieden, vielleicht hilft dir beim Schnitt deines ersten Handyfilms ein Erwachsener aber wenn du einmal weißt wie es geht, ist der Schnitt eines Handyfilms kinderleicht.

Zuerst musst du die gedrehten Clips auf den Computer übertragen. Wie das geht, hängt von deinem Handy und deinem Computer ab: per Kabel oder per bluetooth. Es kann sein, dass dein Schnittprogramm die vom Mobiltelefon ausgespuckten Daten nicht bearbeiten kann, dann müssen die Dateien erst noch umgewandelt werden. Auch dazu gibt es kostenlose Programme im Internet.

Dann gibst du deinem Projekt einen Namen und ziehst die Clips in das Projekt, die du bearbeiten möchtest. Mit Markierungen legst du fest, welchen Teil du rausschneiden willst. Du markierst dafür Anfang und Ende. Unter „Bearbeiten“ gibst du den Befehl „ausschneiden“ ein. Wenn du  aus Versehen etwas weggeschnitten hast, kannst du das unter „Bearbeiten“ immer rückgängig machen. So kannst du viel ausprobieren ohne Angst, etwas falsch zu machen! Die verschiednen Clips deines Films legst du auf der Zeitachse hintereinander, so sind sie dann miteinander verbunden. Gefallen dir die Übergänge nicht, dann schneide einfach das störende Stück raus.

So machst du weiter, bis dir dein Film gefällt. Probier ruhig viel aus, es gibt noch tausend spannende Möglichkeiten!

Viel Spaß bei Deinem Film!

In der TRICKBOXX-Trickfilmpremiere siehst du den Film „Woran glaubst Du“ von Schülerinnen des Evangelischen Schulzentrums Leipzig.

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© KI.KA 2010 - zuletzt geändert am 07.09.2010