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In der letzten Sendung:

In der letzten Sendung hat Juri dir die Filmstarts im Februar vorgestellt. [Ich will mehr wissen!]

Dein Film:

„Die Freundschaft“ [Ich will mir den Film anschauen.]

Sendung am 3. Januar 2010

(Wiederholung vom 16.11.2008)

Bernd ohne Bunt — aber bitte mit Musik!
Auftakt für das Erste Deutsche Kinderfilm-Orchester

Bild: Bernd ohne Bunt
Bernd ohne Bunt
Wozu braucht man eigentlich ein Orchester beim Film? Wie wird die Musik für einen Film eingespielt? Und, wie schaffen es die Musiker in einem Orchester, so zusammen zuspielen, dass die Musik am Ende an der richtigen Stelle im Film ist? Diesen Fragen geht die TRICKBOXX diesmal genauer nach und zwar anhand der Vertonung einer Folge aus der Serie „Bernd das Brot“ durch das Erste Deutsche Kinderfilm-Orchester.

In der Spezialfolge „Bernd ohne Bunt“, die am 15.  November auf dem KI.KA ausgestrahlt wurde, entwickelt Briegel der Busch ein neues und verrücktes technisches Gerät: einen „Filmspringer“, mit dem man in Filme einsteigen kann. Und ohne sich zu versehen, springt erst Bernd durch das Filmuniversum und schließlich landet die halbe Schlossallee in einer dramatischen Stummfilmszene. Und auf einmal hört man keine Sprache mehr, nichts. Stattdessen setzt hier Orchestermusik ein. Denn weil im Stummfilm keine Dialoge vorkommen, wird die dramaturgische Gestaltung durch die Musik besonders wichtig. Und dafür eignet sich ein Orchester durch die vielen verschiedenen Instrumente besonders gut.

Bild: Juri sitzt neben einem Fernseher
Juri steht auf dem Kopf.
Doch bevor die Musik überhaupt von einem Orchester eingespielt werden kann, muss sie erst einmal komponiert werden. Um zu erfahren, wie die Musik für „Bernd ohne Bunt“ entstanden ist, besucht unser TRICKBOXX-Reporter Juri den Komponisten Andreas Lenz von Ungern-Sternberg. In seinem Tonstudio hat Andreas alle Technik, die er braucht, um die Musik komplett für das echte Orchester vorzubereiten. Zum Komponieren benutzt Andreas eine Software, mit der er alle Instrumente eines Orchesters auf seinem Keyboard abspielen kann. Auf dem Bildschirm entsteht dann die Tonspur des Instruments und wenn alle Tonspuren gleichzeitig abgespielt werden, klingt es wie Orchestermusik.

Bild: Der Komponist in seinem Studio.
Der Komponist in seinem Studio.
Aber welche Instrumente wählt Andreas nun für welche Szenen? Im Repertoire der Stummfilmmusik gibt es für einzelne Situationen bestimmte Instrumente und Effekte. Zum Beispiel wird mit den Geigen Spannung erzeugt, indem sie ein Tremolo, ein akustisches Zittern, spielen. Das Tremolo wird bei „Bernd ohne Bunt“ unter die dramatische Einfahrt der Lokomotive gelegt. In manchen Szenen setzt Andreas die Instrumente aber auch so ein, dass sie statt der Musik Geräusche erzeugen. Dies ist sehr typisch für Stummfilme. Zum Beispiel, wenn Bernd auf der Bananenschale ausrutscht und anschließend auf dem Hosenboden landet. Den dazugehörigen akustischen Effekt nennt man Mickeymousing, wie aus dem Comic.

Bild: Splitscreen – man sieht die Musik im Computer, das Keyboard und „Bernd ohne Bunt“.
Splitscreen – man sieht die
Musik im Computer, das Keyboard
und „Bernd ohne Bunt“.
Nach zwei Wochen hat Andreas die ganze Musik für die Folge fertig komponiert. Die Tonspuren werden dann aus dem Computer gedruckt und damit zu einer lesbaren Partitur. Mit dieser fährt Andreas nach Erfurt zu der Vertonung von „Bernd ohne Bunt“ durch das Erste Deutsche Kinderfilm-Orchester. Genau so nennt sich seit Anfang Oktober das Philharmonische Orchester Erfurt immer dann, wenn es die Musik für eine Filmproduktion für Kinder einspielt. Das erste Projekt war die musikalische Gestaltung von „Bernd ohne Bunt“. Im Probensaal des Philharmonischen Orchesters Erfurt spielen dann 52 Musiker, unter der Leitung des Dirigenten Enrico Calesso, die von Andreas am Computer komponierte Musik. Und zwar mit echten Instrumenten.

Bild: Das Orchester
Das Orchester
Die große Herausforderung für den Dirigenten und das Orchester besteht nun darin, die Musik taktgenau zu der TV-Folge wiederzugeben, denn sonst passen Bild und Ton nicht mehr zusammen. Bei der Vertonung ist der Dirigent daher die wichtigste Figur, denn er darf nicht aus dem Takt kommen. Deswegen hat Enrico nicht nur die ausgedruckte Partitur von Andreas vor sich liegen, sondern auch einen elektronischen Taktgeber im Ohr. Zudem läuft die Bernd das Brot-Folge auf einem Monitor mit Zahlen, den Taktzahlen, mit.

Bild: Aufbau eines Orchesters.
Aufbau eines Orchesters.
Damit alle im Raum verteilten Instrumente bestmöglich aufgenommen werden können, sind überall im Probensaal Mikrofone verteilt. Diese sind so vor den Instrumentengruppen aufgebaut, dass sie den Klang optimal einfangen können. Die Mikrofone sind alle mit der Regie verbunden. In der Regie sitzt der Toningenieur Lothar-Paul Kramer am Mischpult. Er achtet darauf, dass alle Instrumente so zu hören sind, wie Andreas es sich ausgedacht hat. Wenn die Musik fertig aufgenommen ist, kann sie dann unter die Bernd das Brot -Folge gelegt werden. Und, dass Enrico den Takt gehalten hat und die Musik optimal aufgenommen wurde, konntest du in der Folge „Bernd ohne Bunt“ sehen und vor allem hören!

Auch in den Trickfilmen ist die Musik ein wichtiges Element. In der TRICKBOXX-Trickfilmpremiere siehst du dieses Mal den Film „Die Freundschaft“, der im September 2007 von dem Computerclub Come_In Obenstruthschule in Siegen animiert wurde. Wir hoffen, dass dich diese TRICKBOXX auf den „musikalischen“ Geschmack gebracht hat!!!

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