Eine Clique zu haben, kann Vor- und Nachteile haben.
Deine Clique ist dir unglaublich wichtig und nimmt in deinem Leben (beinahe) eine bedeutsamere Rolle ein, als deine Familie? Kein Wunder! Psychologen haben bereits vor langer Zeit festgestellt, dass den „Peer Groups“, also den Gruppen der Gleichaltrigen insbesondere während der Pubertät eine ganz besondere Bedeutung zugeschrieben wird.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Clique wird vor allem dadurch gestärkt, dass sich alle mit den gleichen Problemen herumschlagen müssen (Aussehen, Schule, Liebeskummer, nervige Eltern, etc). Daher kann hier leicht Verständnis füreinander aufgebracht werden und eine gegenseitige schnelle Hilfe stattfinden, während man von den Eltern manchmal nur Unverständnis erntet. Ist man verärgert oder hat man Kummer, kann einem das Gefühl des „Dazugehörens“ zu einer Clique oftmals über die ersten Hürden hinweg helfen. Kommen dann noch tröstende Worte und Gesten wie eine Umarmung von den Freunden hinzu, ist das Jammertal sicher schneller durchschritten, als wenn man den Weg hätte alleine gehen müssen.
Der gleichaltrige Freundeskreis (die Clique oder Bande) wird nicht selten zu einer zweiten Familie, manchmal sogar zu einer Ersatzfamilie, wenn nämlich die eigene Familie zerrüttet, zerbrochen oder unvollständig ist. Hier wird dir das Gefühl des „Aufgehobenseins“ vermittelt.
Trotz dieser vielen Vorteile einer Clique, ist der Freundschaftsbegriff innerhalb einer solchen Gruppe weiter zu fassen und nicht mit der innigen und von grenzenlosem Vertrauen gekennzeichneten Freundschaft zweier Mädchen bzw. zweier Jungs gleich zu setzen. So wirst du deiner Clique zwar vieles anvertrauen, aber eben längst nicht alles.
Hast du Stress mit der Clique, hast du oft Stress mit all deinen Freunden.
Ein Boss und viele Mitläufer
In manchen Cliquen gilt eine Person als der unumstrittene Chef, der den Ton in der Gruppe angibt. Die restlichen Mitglieder folgen ihm gehorsam und machen all das, wozu der „Meister“ gerade Lust hat. Die Rollen sind klar verteilt, sodass dies die problemloseste aller Cliquen-Varianten ist. Die Aufteilung klappt aber nur solange, bis sich einer wehrt. In der Regel endet ein solches Aufgebärden mit einem raschen Rausschmiss aus der Gruppe.
Zwei konkurrierende Wortführer mit angepassten Anhängern
Hier üben sich zwei Möchtegern-Leitwölfe im Kräfte-Messen. Ziel ist es dabei, eine möglichst große Fan-Gemeinde um sich zu scharen. Ganz klar, dass das Streit verursacht. Eine solche Konstellation bringt unweigerlich Unruhe in die Gruppe und hetzt die Mitglieder gegeneinander auf. Die Folge kann entweder eine vollkommene Auflösung der Clique sein oder aber einer der beiden „Herrscher“ siegt über kurz oder lang und führt die Gruppe nun als Boss an (siehe oberen Absatz).
Lauter gleichberechtigte Mitglieder
Dies ist die tollste Form einer Clique, denn hier werden Entscheidungen auf demokratischer Basis getroffen. Durch die Meinungsvielfalt aller Mitglieder nimmt man immer auch andere Argumente und Denkansätze wahr. Das schützt vor Fanatismus und stellt eine Bereicherung für jedes Individuum dar. Reife und Toleranz sind für eine solche Gruppe Grundvoraussetzung. Das erklärt auch, warum diese Variante häufig bei sehr großen Gruppen und älteren Jugendlichen auftritt.
Bei dringenden Problemen kannst du die Berater der Nummer gegen Kummer montags bis samstags kostenlos und anonym unter den Telefonnummern 0800 - 111 0 333 (bundesweit) und 116 111 (europaweit) anrufen.
Die Berater der TelefonSeelsorge erreichst du täglich kostenlos unter den Telefonnummern 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 (bundesweit).
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