Barrierefreiheit

Barrierefreiheit

Programme für Hör- oder Sehgeschädigte

Teilhabe bei KiKA

KiKA ist seit jeher bestrebt, ein Angebot zu schaffen, das über verschiedene Lebenswelten informiert. Das Programm bildet Individualitäten ab oder zeigt Wege für einen natürlichen Umgang mit Andersartigkeit auf.

KiKA versucht, die Inhalte dieser Programmaktivitäten zu verstärken. Der Sender bemüht sich, auch die technischen und programmlichen Voraussetzungen zu erweitern, um Barrieren für die unterschiedlichen Zuschauer abzubauen.

Durch die Untertitelung von Filmen oder durch Hörfilme zum Beispiel wird Kindern mit Hör- oder Sehschädigung der Zugang zum Fernsehen ermöglicht. Nach und nach können davon auch KiKA-Zuschauer profitieren und an den Programminhalten des KiKA teilhaben. Sendungen, die mit einem entsprechenden Service ausgestattet sind, werden gekennzeichnet.

„UT“ - Untertitel nach oben

Wofür sind Untertitel?

KiKA überträgt seit seinem Sendestart 1997 im KiKA-TEXT (Seite 150) die Untertitel für hörgeschädigte Kinder. Dort werden die Dialoge und Kommentare als Text hinterlegt. Allerdings ist auch hier der Anteil an Fernsehsendungen, die für Kinder im Alter von Drei- bis Dreizehn mit Untertiteln produziert werden, gering. Denn im Vergleich zu Erwachsenen sind Lesekompetenz und später Lesegeschwindigkeit der jungen Zielgruppe noch eingeschränkt. Außerdem ist die Aufnahmekapazität von Wörtern, die gelesen werden, geringer als die des gesprochenen Wortes.

Deshalb müssen ganze Dialoge für Untertitel neu bearbeitet und gekürzt werden. Dabei müssen die Redakteure darauf achten, dass keine Verfremdung entsteht oder der Sinnzusammenhang verloren geht. In den Texten müssen außerdem akustische Effekte, Geräusche oder Musik erklärt werden. Nur so kann das Zuschauerkind hineingenommen werden in die Dramaturgie des Geschehens. Ein Redakteur braucht für zehn Minuten Filmmaterial etwa einen achtstündigen Arbeitstag.

Live-Untertitelung

Bei Live-Sendungen gibt es eine Live-Untertitelung. Der Redakteur spricht den Text zum Geschehen ein, und ein Sprach­erkennungs­programm weist den Untertitel mit leichter Verzögerung direkt auf dem Bildschirm aus. Dabei können Verständnisfehler auftreten. Außerdem muss der Sprecher gleichzeitig hören, sprechen sowie Bild und Geschehen erfassen.

Dies betrifft vor allem Sendungen für Kinder, die lesen können, darüber hinaus die Familienangebote. Zu den Sendungen mit Untertiteln bei KiKA zählen zum Beispiel „KiKA LIVE“, „ERDE AN ZUKUNFT“ und „Die beste Klasse Deutschlands“. Eine Liste der untertitelten Sendungen finden Sie im KiKA-TEXT ab Seite 398 sowie in der TV-Programm-Übersicht auf KiKA für Erwachsene.

Wie kann man Untertitel empfangen?

Bei eingeschaltetem Videotext werden am unteren Bildschirmrand ein- oder zweizeilig Textinformationen übertragen. Dabei wird nicht die ganze Videotextseite genutzt, sondern nur ein oder zwei Zeilen.

  • Analoges Fernsehen: Im analogen Fernsehen werden die Untertitel zusammen mit dem Fernsehbild gesendet (bei eingeschalteter KiKA-TEXT-Seite 150). Man nennt diese Verbreitung „einstreifig“.

  • Digitales Fernsehen: Beim digitalen Fernsehen werden die Untertitel parallel zum Bild gesendet, mit einem eigenen Signal („zweistreifig“). Damit sind sie nicht mehr Bestandteil des Videotextes und müssen per Fernbedienung aktiviert werden. Die KiKA-TEXT-Seite 150 kann trotzdem weiterhin genutzt werden. Seit April 2013 kann auch im KiKA die digitale Untertitelung gewählt werden.

„AD“ - Audiodeskription nach oben

Was ist Audiodeskription?

Seit 2013 ist KiKA technisch in der Lage, Filme mit Audiodeskription zu übertragen, einer akustischen Orientierungshilfe. Im Moment verfügen noch wenige TV-Sendungen im KiKA über diese Servicefunktion für Sehbehinderte. Denn dafür ist ein höherer Produktionsaufwand nötig.

Eine zusätzliche Hörfassung muss entwickelt und nachproduziert werden. In den Dialogpausen der Darsteller erklärt ein zusätzlicher Sprecher, was in der Szene gerade passiert. Wichtige Elemente aus Handlung, Schauplätzen, Gestik oder Mimik werden beschrieben. Auf diese Weise wird ein besseres Verständnis für den Film gefördert. Zusätzlich ermöglicht es einem sehbehinderten Kind, später an Gesprächen über die Sendung teilzunehmen.

Wie kann man Hörfilme empfangen?

Diese Filme werden im Zweikanalton-Verfahren verbreitet. Über den ersten Kanal ist der Originalton zu empfangen und über den zweiten die Mischung von Filmton und Bildbeschreibung. Um die unterschiedlichen Tonspuren auswählen zu können, ist ein digitaler Receiver nötig. Audiodeskription muss mit der Fernbedienung aktiviert werden.

KiKA sendet Hörfilme in:

  • DVB-S (“DVB” steht für Digital Video Broadcasting.): Digitaler Empfang von Fernsehprogrammen mittels Satellitenanlage („-S“)
  • DVB-S2: Eine Weiterentwicklung des DVB-S
  • DVB-C („C“ steht für „Cable“.): Digitaler Empfang über Kabel
  • Nicht zu empfangen sind die Hörfilme über die terrestrische Verbreitung (DVB-T), über analoge Kabel, auch nicht über den Internetübertragungsweg für Fernsehprogramme und Filme (IPTV, Livestream).

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