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Immer neue Klamotten - gut für die Umwelt?

Nächste Ausstrahlung am 02.07.2016

um 20:00 Uhr

Immer neue Klamotten - gut für die Umwelt?

In Deutschland werden jedes Jahr fast fünf Milliarden neue Kleidungsstücke gekauft! Viele tragen ihre Kleider nur ein paar Mal, dann muss etwas Neues her – weil die Mode sich geändert hat oder die Teile einfach kaputt sind. Doch je mehr Kleidung hergestellt wird, desto größer ist die Belastung für die Umwelt.

farbenfrohe Klamotten gestapelt | Rechte: Colourbox.de

Was kostet ein T-Shirt?

Schon für 5 Euro kann man bei uns ein neues T-Shirt kaufen. Um Kleidung so billig anbieten zu können, wird sie fast immer im Ausland hergestellt und dann tausende Kilometer nach Deutschland transportiert.

Die Kosten teilen sich etwa so auf: Die Hälfte des Geldes geht an die Markenfirma, die das T-Shirt im Handel verkauft. Davon muss zum Beispiel auch Ladenmiete bezahlt werden. Ein Viertel kosten Werbung und Verwaltung der Firma. Für Transport und Steuern gehen bei einem 5-Euro-Shirt etwa 55 Cent drauf. Die Herstellung in der Fabrik im Ausland kostet etwa 65 Cent. Für den Arbeiter, der das T-Shirt zusammennäht, bleibt noch 1 Prozent übrig: 5 Cent. (Quelle: Südwind/CleanClothes)

Belastung für die Umwelt

Bei der Produktion von Kleidung kommen Hunderte verschiedener Chemikalien zum Einsatz: Farbstoffe, Färbebeschleuniger und Bleichmittel. Für die Herstellung eines T-Shirts braucht man außerdem bis zu 2.000 Liter Wasser. Das sind mehr als zehn Badewannen voll.

Für den Anbau von Baumwollpflanzen werden in armen Ländern Flächen genutzt, auf denen man sonst Nahrungsmittel wie Gemüse oder Getreide anpflanzen könnte.

Upcycling

Es gibt Alternativen zur Wegwerfmode. Felix geht in Köln im Atelier von Kristina Gödert auf einen Einkaufsbummel. Sie ist Schneiderin, und bei ihr landen alte Klamotten nicht auf dem Müll. Was sie macht, nennt sich Upcycling. Sie bekommt ihr Material – alte Klamotten – von Flohmärkten oder von Bekannten.

Entweder wird nur der Stoff zu einem neuen Schnitt verarbeitet oder einzelne Teile aus verschiedenen Teilen zu einem neuen zusammengeführt.

Öko-Mode

Auch wenn man neue Kleidung kauft, kann man etwas für die Umwelt tun. Mittlerweile gibt es immer mehr Läden, die umweltschonend hergestellte Sachen anbieten. Da wird zum Beispiel auf Energie- und Wasserverbrauch geachtet und darauf, dass keine schädlichen Chemikalien benutzt werden. Wenn du beim Einkauf auf folgende Zeichen achtest, bist du auf der sicheren Seite:

GOTS

GOTS ist die Abkürzung für Global Organic Textile Standard, was so viel heißt wie weltweiter Standard für Naturtextilien. Es geht um Kleidung aus Naturfasern, zum Beispiel Baumwolle, Leinen und Seide. Soll ein Stoff dieses Siegel bekommen, muss ein Großteil der Fasern naturschonend angebaut werden.

Dazu gehört zum Beispiel, dass Schafe artgerecht gehalten werden, dass Baumwolle nicht mit giftigen Pflanzenschutzmitteln besprüht wird und dass die Kleidung nicht mit Chlor gebleicht wird.

Naturtextil

Wie das GOTS-Zeichen, stammt auch das Siegel NATURTEXTIL vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (abgekürzt IVN). Kleidung, die dieses Zeichen bekommt, darf nur aus Fasern bestehen, die aus kontrolliert biologischen Anbau stammt. Synthetikfasern sind verboten.

Darüber hinaus gibt es strenge Regeln für Knöpfe, Reißverschlüsse und andere Teile sowie für den Einsatz von Chemikalien. Damit diese Standards eingehalten werden, werden die Betriebe einmal im Jahr geprüft.

Sammelsystem I:CO

Immer mehr Läden schließen sich dem Sammelsystem I:CO an. Das steht für „I collect“– übersetzt: „ich sammle“. Die Idee: Wertvolle Rohstoffe sollen nicht einfach im Müll landen, sondern alles wiederverwertet werden. Klamotten, die noch in Ordnung sind, werden so lange wie möglich weitergetragen und zum Beispiel als Second Hand Ware in andere Länder verkauft. Kleidungsstücke, die nicht mehr tragbar sind, werden zu Kuscheltieren, Teppichen oder Putzlappen verarbeitet.

Das kannst du tun

Achte beim Kauf deiner Kleidung auf Öko-Zeichen. Und kaufe am Besten Kleidung, die du länger als eine Saison tragen kannst. Nimm an Kleidertauschbörsen teil. Im Netz findest du Aktionen in deiner Nähe. Abgelegte Kleidung kannst du auch zu Sammelstellen sozialer Einrichtungen oder in Second-Hand-Geschäfte bringen. Und natürlich hilft es auch, insgesamt einfach weniger zu kaufen!

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